Der Interessent verhandelt

In der Asamstraße sitzt die Verwaltung von Hosen-Hiltl. Hier werden sich die Verhandlungen mit dem Finanzinvestor größtenteils abspielen. Bild: Gebhardt
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
30.10.2015
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Der Silberstreif ist da - er zeichnet sich schon ab zum Jahresende. Dann könnte die Firma Hosen-Hiltl an einen Finanzinvestor verkauft sein, auf den sich momentan die Hoffnungen von Belegschaft und Geschäftsführer richten. Die nächsten Wochen werden es zeigen.

Ende April hatten sie sich aufgemacht zu einem Protestmarsch durch die Stadt, die Belegschaft, der Betriebsrat und die IG Metall. Im Capitol traten alle Kundgebungsredner für einen Erhalt des Standortes und der Arbeitsplätze ein, auch der Bürgermeister solidarisierte sich. Hauptkritikpunkt damals: Keine Informationen über Verkaufsgespräche für die Belegschaft.

Nach der Testamentsverfügung der 2014 verstorbenen Besitzerin muss der Betrieb verkauft werden. Testamentsvollstrecker ist Geschäftsführer Markus Schock, der in einer Wirtschaftsausschusssitzung am Donnerstag den Sachstand darlegte. In einer Pressekonferenz informierten IG-Metall-Bevollmächtigter Udo Fechtner, Vorsitzender Werner Sperber und zwei Betriebsrätinnen am Freitag die 110 Mitarbeiter über die Neuigkeiten: Die 19 Mitglieder der Erbengemeinschaft hätten sich auf einen Wunschkandidaten geeinigt, es liefen Verhandlungen, der Investor verschaffe sich ein Bild über die Firma. Ab 4. Dezember sei eine gemeinsame Geschäftsführung geplant.

Wenn alles gut verlaufe, könne zum 1. Januar 2016 der Verkauf erfolgen. Das sei erst einmal positiv und allemal besser für Belegschaft und Kundschaft als das ständige Zuwarten, meinte Udo Fechtner. Werner Sperber sah für den Hersteller von hochwertigen Herrenhosen weiter gute Chancen auf dem Markt. "Unser Trumpf ist neben der hohen Qualität der Produkte auch die Flexibilität dem Kunden gegenüber!"

Erfreut zeigten sich Fechtner und Sperber über ein Angebot vom Geschäftsführer Markus Schock zur vertrauensvollen Zusammenarbeit zum Erhalt und Ausbau von Arbeitsplätzen durch Investitionen. "Wenn das ehrlich gemeint ist, dann werden wir das natürlich gerne annehmen!" Klar sei auch, dass ein neuer Besitzer kräftig investieren müsse.
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