Der KAB-Gottesdienst auf dem Annaberg übt eine besondere Anziehungskraft aus. Diesmal lautete die Frage: "Was macht Armut mit uns?" Antworten gab es von Festprediger Abt
"Armut hat auch Vorteile"

Für ihn war es eine Premiere. Abt Dr. Beda M. Sonnenberg predigte zum ersten Mal auf dem Annaberg.
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
25.07.2015
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Dr. Beda M. Sonnenberg.

(thl) Um den Freialtar hatten sich Festprediger Sonnenberg, Dekan Walter Hellauer, Kreispräses Gottfried Schubach, Frater Josef, Kaplan Franz Becher und alle anwesenden KAB-Präsides versammelt, um den Arbeitnehmergottesdienst zu feiern. Für die musikalische Gestaltung sorgten die Bergknappen der Stadt Sulzbach-Rosenberg unter der Leitung von Gerhard Böller und Kantorin Maria Boßle.

Diözesansekretär Markus Nickl hieß im Namen des KAB-Kreisverbandes die vielen Gruppen aus den Ortsverbänden der Bistümer Regensburg und Bamberg willkommen, die zum Annaberg gepilgert waren. "Es freut mich, zum ersten Mal auf dem Annaberg sein zu können. Es eine Premiere für mich", leitete Beda M. Sonnenberg den Festgottesdienst ein. Eine Wallfahrt zu machen, heiße, sich auf zu machen, um im Glauben den eigenen Lebensweg und Haltungen zu überdenken. Um in Erfahrung zu bringen, "ob ich einen Schritt weitergekommen bin auf der Wallfahrt".

"Geht nicht um Geld"

Um die Frage "Was macht Armut mit uns?" ging es danach. Dazu der Geistliche: "In wenigen Tagen feiern wir den Festtag der heiligen Joachim und Anna. Beide zählen in den Schriften des Neuen Testamentes zu den Armen." Joachim und Anna seien vom Leid der Kinderlosigkeit betroffen. Anna sehe darin eine Armut, die zur Qual werde. Der Prediger: "Wir leben in einer Gesellschaft, die, ähnlich wie Anna und Joachim, unter dem Problem der Kinderlosigkeit steht." Die Ordensleute hätten allesamt versprochen, ein Leben zu führen, dass von Armut geprägt ist: "Das prägt unser Dasein im Jetzt, aber auch in der Zukunft. Es geht nicht um Geld, sondern es geht um mehr."

Es gehe um die Existenz. Und darum: "Durch das Gelübde der Ehelosigkeit verzichten die Ordensleute auf einen Ehepartner, auf Sexualität, Kinder und Familie und damit auf den Erfahrungshorizont der unmittelbaren menschlichen Nähe. Unser Leben ist geprägt von Armut und Verzicht auf diese Form der Nähe." Der Geistliche wurde deutlich: "Kürzlich berichtete mir ein Familienvater von der Erziehung seiner fünf Kinder und der Gestaltung seiner Ehe und des Familienlebens. Ich konnte nur zuhören, mir wurde sofort klar, dass mir an dieser Stelle ein Erfahrungsschatz fehlt, der verschlossen bleiben wird." Sonnenberg zog für sich ein erstes Fazit: "Armut fordert mich heraus, zu überlegen, was ich zum Leben wirklich notwendigerweise brauche, und so wird mein Blick auf den Boden der Realität gelenkt." Wirkliche Armut erde nicht nur, sondern sie mache auch sensibel für die Realität und das Lebensnotwendige.

Nur das Nötigste

Arm sein lasse einen nachdenken, was man wirklich zum Leben brauche: "Es genügt ein Zimmer mit einem Bett, mit einem Tisch, einem Stuhl, einem Schrank und den sanitären Anlagen." Armut habe aber auch Vorteile: "Sie lässt mich nicht nur darüber nachdenken, mit den Sachständen gut und pfleglich umzugehen, sondern mein Blick geht weiter. Armut führt mich auch auf den Blick mit Menschen."
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