Der Kamin als Gefahrenquelle

Lokales
Sulzbach-Rosenberg
21.02.2015
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Feuer in der Wohnung - ein Alptraum. Für ein halbes Dutzend Haushalte wurde er in den letzten Wochen wahr. Es gab Probleme mit Öfen oder Heizung, einen Feuerwehreinsatz und teils auch Brandschaden. Die SRZ befragte Kaminkehrermeister Rainer Koppmeier zu den Hintergründen: Oft sind Bedienungsfehler schuld am Desaster.

"Wenn so etwas passiert, dann meist in der Übergangszeit", erklärt der erfahrene Kaminkehrer. Dann werde morgens eingeheizt, oft der Brennraum aufgefüllt, und tagsüber fehle dann die Wärmeabnahme. Mangelhafte Verbrennung sei das Hauptübel: Die Luftklappe werde geschlossen, das Holz sei dann die ganze Zeit mehr am Kokeln als am Brennen.

Problem "Glanzruß"

Was ist die Folge dieses "unsauberen" Vorgangs? Mangelhaft verbrannte Gase setzen sich im Kaminschacht als "Glanzruß" ab - und der ist entflammbar. Das stellte auch einer der kürzlich betroffenen Hausbesitzer fest: Der Kamin brannte innen aus.

Besteht der Schacht aus Schamotte-Rohren und ist richtig montiert, können sich die Einzelteile richtig ausdehnen und es passiert dem Kamin im Brandfall nichts. Ansonsten kann es zur Sprengung kommen. Abfallender, aufgequollener Glanzruß kann aber auch den Kamin verstopfen - mit verheerenden Folgen durch Hitzestau.

Bei den sechs Fällen der letzten beiden Wochen glich kein Fall dem anderen: Einmal gelangten heiße Gase in den Fehlboden, einmal versagte die Steuerung der Heizung, der Edelstahl-Kamin fackelte ab und ist jetzt unbrauchbar, ein andermal war ein Einzelofen nicht richtig befeuert - Glanzruß spielte aber oft eine entscheidende Rolle. Der Kaminkehrer weiß: "Wenn bei Windstille und normalem Luftdruck der Rauch nicht nach oben, sondern seitlich wegzieht, stimmt etwas mit der Heiztechnik nicht!" Koppmeier warnt auch vor Billig-Angeboten aus dem Internet oder dem Osten, denn hier sei neben der bescheidenen Qualität auch der Kundendienst oft mangelhaft und teuer. Brandexperte Armin Buchwald rät im Falle von Kamin-Problemen dringend dazu, sofort die Feuerwehr zu rufen: "Wir können per Wärmebildkamera schnell gefährdete Stellen entdecken und bei Gasentwicklung im Gebäude arbeiten."
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