Der Stresstest ist bestanden

Zur seltenen Auszeichnung als Ehrenvorsitzender gratulierten Kommandant Armin Buchwald, die 1. und 2. Vorsitzenden, Thomas Wiesent und Heinz Niebler, sowie Bürgermeister Michael Göth (von links) dem langjährigen Vorsitzenden Peter Schwemmer (Mitte). Bilder: hfz (3)
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
11.11.2015
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Bis aus Sachsen kamen die Kameraden des Patenvereins der Feuerwehr Wernesgrün mit Wehrleiter Roland Haller - sie hörten lobende Worte beim Ehrenabend der Wehr Sulzbach-Rosenberg. Besonders galt das den Feuerwehrleuten, die für langjähriges Engagement ausgezeichnet wurden, an der Spitze Peter Schwemmer, der nach 36 Jahren als Vorsitzender und Aktiver in den Ruhestand ging.

"Bei den Einsätzen werden die Feuerwehrleute nicht nur körperlich, sondern auch psychisch belastet", erinnerte Bürgermeister Michael Göth. Da diese ehrenamtliche Tätigkeit für die Allgemeinheit unverzichtbar ist, seien Landkreis und Stadt gern bereit, für die nötige technische Ausstattung zu sorgen. Deswegen erfolgte der Anbau ans Feuerwehrhaus mit einer Investition von 2,7 Millionen Euro.

Die Wehr Sulzbach-Rosenberg sei hervorragend aufgestellt, attestierte Stadtbrandrat Bernhard Strobl aus Amberg. Wie in der Vergangenheit werden sich beide Wehren auch künftig bei Veranstaltungen und Einsätzen unterstützen. Die Zusammenarbeit von Bereitschaftspolizei und städtischen Einrichtungen wie den Feuerwehren würdigte Erster Hauptkommissar Kurt Guggenberger.

Rund um die Uhr dabei

"Wie fühlt sich jemand, wenn er an einer Unfallstelle ist, die Telefonnummer 112 wählt und nichts geschieht?", fragte Vorsitzender Thomas Wiesent. Und wenn dies deshalb passiere, weil niemand Lust habe, seine Freizeit für andere herzugeben, sich ehrenamtlich bei einer Feuerwehr zu engagieren, Job und Familie hintenan zu stellen und sein Leben für das von Fremden zu riskieren?

Die dritte Säule

Damit eine solche Situation nicht eintrete, seien die Feuerwehren im Landkreis und in der Stadt 365 Tage rund um die Uhr auf Abruf bereit. Alleine die bayerischen Wehren bewältigten jeden Tag von Hof bis Lindau über 700 Einsätze.

Dies gelte es noch stärker ins Bewusstsein der Bevölkerung und der Politik zu bringen, dass die Feuerwehren als dritte Säule der Gefahrenabwehr neben Polizei und Rettungsdienst, vielfach sogar allein an vorderster Front stehen, forderte Thomas Wiesent.

2015 fahre die Wehr Sulzbach-Rosenberg mit dem Einsatz-, dem Ausbildungs- und Übungsdienst und der Baustelle Erweiterungsbau dreigleisig, berichtete Kommandant Armin Buchwald. "Der Stresstest ist bestanden", lautete die Meldung an den Bürgermeister. Obwohl 2015 noch nicht ganz vorbei sei, zeichne sich bereits jetzt eine ernstzunehmende Tendenz durch wachsende Einsatz- und Ereigniszahlen ab. Während es 2014 117 Einsätze gegeben habe, seien es heuer bereits 264, was eine Zunahme von 125 Prozent bedeute.

Personal bleibt gleich

In einer Firma wäre der Betriebsrat längst im Alarmzustand. Obwohl ohne Personalmehrung, habe die Mannschaft die Herausforderung gemeistert - stets mit dem Ziel, Hilfe am Nächsten zu leisten.
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