Der Weg zur wertvollen Eiche

Im Eichenbestand "Höfling" bewunderten die Teilnehmer klassische, astfreie Eichenbäume. Bilder: hfz (2)
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
11.05.2015
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Sparer bekommen keinen ordentlichen Zinssatz mehr, Immobilien- und Aktiengeschäfte sind mit hohem Risiko verbunden. Eine nachhaltige Investition ist das Erschaffen wertvoller Wälder. Wie ein stabiler Eichenbestand begründet wird und ob es sich lohnt, auf die Baumart zu setzen, erklärte Forstanwärter Alexander Mann 15 lokalen Waldbesitzern.

Warum Eiche? Alexander Mann, der sich während seiner einjährigen Vorbereitungszeit auf den Staatsdienst unter anderem mit dieser Projektarbeit befasst hat, um seine theoretischen Kenntnisse in der Praxis anzuwenden, entwarf ein Szenario. Großflächige Eichenwälder würden im Oberpfälzer Becken und Hügelland östlich von Sulzbach-Rosenberg die Landschaft prägen. Kaum zu glauben, bei den aktuell hohen Kiefern- und Fichtenanteilen, die angesiedelt worden sind. Die Geologie gibt die natürlichen Waldgesellschaften indes mit einem hohen Eichenanteil für diese Gegend vor. "Somit hat die Eiche eine hohe Konkurrenzkraft gegenüber anderen Baumarten." Hauptsächlich prägten früher Stiel- und Traubeneichenwälder den Landkreis.

Doch wo wächst welche Art? Die wärmeliebende Traubeneiche stockt auf trockenem bis frischem Untergrund sowie auf strengen Tonböden. Die Stieleiche kommt besser mit wechselfeuchten oder staunassen Verhältnissen zurecht. Beide haben eine Pfahlwurzel und stehen sehr stabil. Treten die Prognosen der Klimaforscher, die mit 2 °C Temperaturerhöhung in den nächsten 100 Jahren rechnen, ein, hätte die Eiche eine rosige Zukunft vor sich.

Die ersten Schritte

Erste Kulisse, um die Schritte zum Eichenwald zu veranschaulichen, war ein alter Kiefernbestand mit sandigem Boden. Das Forstunternehmen Ried aus Ensdorf stellt einen Scheibenpflug vor, der zur Begründung einer Eichensaat verwendet wird. Der dichte Bewuchs aus Heidelbeere und Besenheide wird mit der Maschine reihenweise seitlich abgelegt, um den Mineralboden freizubekommen. Jetzt können die Eichen eingesät und leicht mit Erde bedeckt werden.

Eine andere Möglichkeit ist das Pflanzen einer Eichenkultur. Auch hier erleichtert der Pflug die Arbeit und den Erfolg erheblich, weil die Setzlinge direkt in die Erde gepflanzt werden können. Alle Arten der Kulturbegründung sind mittlerweile förderfähig.

Bei der Pflege gilt die Regel: früh, mäßig, oft. Gerade in den ersten Jahren hat die Eiche einen klaren Wuchsnachteil gegenüber anderen Baumarten. Sie braucht manchmal Hilfe, um ein Überwachsen zu verhindern.

Ansonsten würden die Pflanzen vergehen. Verschiedene Maßnahmen zur Stabilisierung eines Jungbestandes sind ebenfalls förderfähig. Kostenlose Beratung bietet der zuständige Förster vom Amt für Ernährung Landwirtschaft und Forsten.

Schatz im Kommunalwald

Um den Nutzen einer Eichenbewirtschaftung zu erkennen, braucht es wenig Worte. Diese Aussage teilten alle Waldbesitzer im Eichensaatgutbestand "Höfling". Dieser zeichnet sich durch exzellente astfreie Eichen aus. Im Winter ist eine Maßnahme geplant, um die besten Bäume weiter zu fördern.

Beim Anschätzen der Werte eines Stammes kamen sehr große Differenzen zustande. Mehrere tausend Euro pro Stamm sind in diesem Bestand keine Seltenheit. Den perfekten Schlusspunkt setzte ein Waldbesitzer mit seiner Aussage "Man muss sich echt überlegen, welche Wälder man seinen nächsten Generationen überlässt, man selbst hat ja eh nichts mehr davon", auf die Aussage des Forstanwärters, dass es sinnvoll ist auf Standort-angepasste Baumarten zu setzen.
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