Die Amberger sind einfach älter

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Lokales
Sulzbach-Rosenberg
02.12.2014
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Im Großen und Ganzen sterben die Amberger und die Bewohner des Landkreises an den gleichen Ursachen. Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Krebs sind hier wie dort für zwei Drittel aller Todesfälle verantwortlich. Doch bei den Unfällen wurde es 2013 im Landkreis besser.

Auffällig ist beim Vergleich der Todesursachen für das Jahr 2013, dass der Anteil von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Herzinfarkten oder psychischen und Verhaltensstörungen in Amberg meist zwei Prozentpunkte über dem Bundesdurchschnitt liegt, während er im Landkreis davon kaum abweicht. "Das hängt sehr vom Altersaufbau der Bevölkerung ab", kann Dr. Roland Brey, der Leiter des Gesundheitsamtes, eine Erklärung dafür liefern, "und die ist in Amberg eben im Durchschnitt älter als in Amberg-Sulzbach." Im mehrjährigen Vergleich bilde sich diese Struktur vor allem in der hier doch höheren Rate von Herzinfarkten ab.

543 Todesfälle in Amberg im Jahr 2013 waren 22 oder 4,2 Prozent mehr als 2012. Die Anzahl liegt im Vergleich der letzten zehn Jahre zwischen dem Höchstwert von 601 im Jahr 2008, und dem Tiefstwert von 497 im Jahr 2011. Häufigste Todesursache mit 42,2 Prozent: eine Herz-Kreislauf-Erkrankung. 93 Prozent der daran Verstorbenen waren 65 Jahre und älter, also über der Grenze, bei der Mediziner von einem vorzeitigen Tod sprechen. Überraschend: Bei der Gesamtzahl in diesem Bereich liegen die Frauen mit 144 zu 85 deutlich vor den Männern, beim Herzinfarkt alleine zeigt sich mit 25 zu 19 aber ein klares Übergewicht der Männer.

Zweithäufigste Todesursache war in Amberg mit rund 23 Prozent Krebs. Das wiederum liegt unter der bundesweiten Rate von 25 Prozent. Bei Männern traf der Krebs am häufigsten die Verdauungs- und die Atmungsorgane, bei Frauen waren Brust- und Lungenkrebs die häufigsten Einzeldiagnosen. Der 2013 bundesweit zu verzeichnende fast 17-prozentige Anstieg bei den psychischen und Verhaltensstörungen als Todesursache (in 80 Prozent der Fälle Demenz) zeigt sich in Amberg in Form einer Steigerung von 4,4 auf 6,4 Prozent. Unfälle oder Stürze führten wie 2012 zum Tod von vier Männern und vier Frauen. Durch Suizid beendeten sechs Menschen ihr Leben - fünf Frauen und ein Mann. 2012 waren es sechs Männer und zwei Frauen gewesen. Die Amberger Suizidrate entspricht etwa dem bayerischen Durchschnitt.

Mit 1127 Todesfällen erreichte der Landkreis 2013 fast wieder den Zehn-Jahres-Höchstwert von 2012 (1133). Bei den Ursachen lagen Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit 40,4 Prozent vor Krebs mit 25,2 Prozent. Die Verteilung der einzelnen Krebsarten auf Männer und Frauen unterscheidet sich kaum von der in Amberg. Die leicht gestiegene Rate der psychischen und Verhaltensstörungen von 4,1 Prozent entspricht dem Bundesdurchschnitt. Auffällig ist jedoch, dass Unfälle oder Stürze nur noch bei 13 Männern und vier Frauen zum Tod führten - eine Halbierung der Vorjahresquote.

Durch Suizid beendeten zwölf Männer und drei Frauen ihr Leben. Im Jahr davor hatten 19 Menschen Suizid begangen. Seit 2010 ist im Landkreis eine rückläufige Tendenz mit Annäherung an den bayerischen Durchschnitt zu verzeichnen.
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