Die Bibel als Marathon

Stadtpfarrer Dr. Roland Kurz las die Beschreibung des Himmlischen Jerusalems vor.
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
03.12.2015
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Mit Gottes Wort ins neue Kirchenjahr, das war das Motto des Bibelmarathons in der Christuskirche. In 21 Stunden lasen 63 Frauen, Männer und Kinder das ganze Neue Testament vor.

Die Texte des Alten und Neuen Testaments sind 2000 bis 3000 Jahre alt. Ihre Wurzeln reichen sogar noch viel weiter in die Vergangenheit zurück, sagte Diakonin Irene Elsner, als sie den Bibelmarathon mit einer Andacht begann. Trotzdem sei die Bibel keineswegs veraltet, sondern bis heute ein Bestseller auf dem Buchmarkt. Ihr Thema sei die Geschichte Gottes mit den Menschen. "Die Bibel kann uns helfen, Gottes Spuren in unserem eigenen Leben zu entdecken", sagte Elsner und schloss mit einem Wort Jesu Christi aus dem Markus-Evangelium 13,31: "Himmel und Erde werden vergehen, meine Worte aber werden nicht vergehen."

Verbindende Kraft

Im Gemeindesaal begann Dekan Karlhermann Schötz mit den ersten Kapiteln des Matthäus-Evangeliums. Ihm folgten Dekan Walter Hellauer und viele weitere. Die Bibel entfaltete große verbindende Kraft. Es lasen Männer und Frauen, Junge und Alte, Sulzbacher und Rosenberger, Evangelische und Katholiken, Alteingesessene und Zugezogene, Prominente und weniger Bekannte. Sie trugen in langen Stunden die ganze Heilsgeschichte vor. Die Osterkerze brannte, die Zuhörer lauschten andächtig und ließen das Wort Gottes auf sich wirken. Auch mitten in der Nacht kamen Menschen, um die Botschaft des Herrn zu vernehmen. Still, ruhig und nachdenklich saßen sie da.

Ab der Offenbarung wurde in der Kirche gelesen. Nach so vielen anderen reihten sich auch Landrat Richard Reisinger und Bürgermeister Michael Göth unter die Leser ein. Zuletzt trat Stadtpfarrer Dr. Roland Kurz ans Pult. Er trug die letzten Kapitel der Offenbarung vor, wo das Neue Jerusalem beschrieben wird, das nach der Apokalypse aus dem Himmel herabfährt und in der Ewigkeit bestehen wird. Das große Altarmosaik hinter ihm zeigte das Himmlische Jerusalem, und so wurde die Lesung zum krönenden Abschluss des Themenjahrs "Bild und Bibel" in der Lutherdekade.

Wenig verstanden

Nach einem nachdenklichen Orgelstück schloss Kurz den Bibelmarathon mit einer Andacht ab. Er predigte über den Satz, der in der Bibel am häufigsten vorkommt: "Fürchtet euch nicht." Diese drei Worte werden insgesamt 109 Mal wiederholt. Das sei der rote Faden, der sich von der ersten bis zur letzten Seite durch die Bibel zieht. Deshalb, so der Geistliche, solle man alle mit Verachtung strafen, die mit der Bibel in der Hand Angst und Schrecken verbreiten: "Diese Menschen haben vielleicht viel gelesen, aber wenig verstanden." Auch wer glaube, werde Leid erfahren, aber er könne sich darauf verlassen, "dass das Leid nicht das letzte Wort haben wird".

Nach der Andacht trafen sich Leser und Zuhörer im Gemeindesaal zu einem Erfahrungsaustausch. Sie waren sich einig, dass es ein besonderes Erlebnis war. "Es war anstrengend, aber schön", war die Meinung aller. Der Stadtpfarrer dankte Diakonin Irene Elsner und Kirchenvorsteherin Gabi Müller, die den Bibelmarathon angeregt und organisiert hatten: "Ihr habt von Anfang an gesagt, wir wollen das, wir machen das. Und ihr habt recht behalten!"
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