Die Geldmaschine fürs Dach

Photovoltaik rentiert sich auch, wenn ich den Strom in meinem Haus verbrauche.
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
17.06.2015
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Der Markt für Solaranlagen stagniert. Unsicherheit, Unwissenheit und Vorurteile sieht Klimaschutzmanagerin Katharina List als Gründe dafür. Jetzt hält der Landkreis dagegen und bietet eine PV-Anlage für jedes Hausdach zum Preis von 8990 Euro an. Einer hat sich schon überzeugen lassen.

Diese ungewöhnliche Aktion des Landkreises entspringt aus einer Idee von Vincent Clarke, dem Klimaschutzmanager der Stadt Sulzbach-Rosenberg. In seinen Kollegen Katharina List (Landkreis) und Markus Schwaiger (AOVE) fand er ebenso schnell Mitstreiter wie in den vier Solarfirmen "sol aid" (Auerbach), LOMA-Solar (Sulzbach-Rosenberg), Hardy Barth (Schwend) und Grammer Solar (Amberg).

Günstiger Preis

Ergebnis ihrer Überlegungen ist eine Einheits-PV-Anlage für Privathaushalte und Kleingewerbe zum Preis von knapp 9000 Euro. Bei der Auftaktveranstaltung zur PV-Eigenverbrauchsinitiative am Mittwoch im König-Ruprecht-Saal erläuterte Clarke, was diese Anlage mit 5,1 Kilowattpeak auszeichnet: Sie wird schlüsselfertig montiert. Sie hat Module aus deutscher Produktion sowie hochwertige Kabel- und Steckverbindungen. Im Angebot enthalten sind auch Blechdachziegel als Sicherheit gegen Druckbelastung, sämtliche Elektro- und Montagekleinmaterialien sowie -arbeiten, fünf Jahre Versicherungsschutz, eine Anlagenüberwachung und die erste Wartung. Lediglich für das benötigte Gerüst zur Montage und die Abnahme des Stromzählers durch den Netzbetreiber fallen Extra-Kosten an. Ermöglicht wird der günstige Preis laut Clarke unter anderem dadurch, dass die vier Partnerfirmen als Einkaufsgemeinschaft auftreten.

Nur für die Region

"Es können nur Solarteure teilnehmen, die im Landkreis oder in Amberg ansässig sind", nannte Clarke als Voraussetzung für Firmen, die mitmachen möchten. "Und eine langjährige Erfahrung bei der Montage und Installation müssen sie haben." Außerdem kommt eine Beteiligung an der Werbungskosten der Aktion in Höhe von 400 Euro auf sie zu.

Die Initiative basiert auf der Idee, dass sich der PV-Eigenverbrauch für den Privatmann auszahlt. Ein Strombedarf von 4000 Kilowattstunden im Jahr und eine Erzeugung von 4850 kWh ergeben laut Clarke bei 25 Prozent Eigenverbrauch eine um 279 Euro geringere Stromrechnung und 437 Euro Einspeisevergütung, also einen jährlichen Vorteil von 716 Euro - und das 30 Jahre oder länger. Das Kleingewerbe komme - bei zwei installierten Anlagen - sogar auf einen Eigenverbrauch von 74 Prozent und einen Vorteil von 1632 Euro.

Die drei Klimaschutzmanager nehmen fürs Erste an, dass über das Programm 100 Anlagen für Privathaushalte und 50 für Kleingewerbe abgesetzt werden können. Da hätte der Landkreis auch was davon: Eine Wertschöpfung durch Investitionen von 1,5 Millionen Euro, wovon ein Drittel in der Region bliebe; zudem über 150 000 Euro als zusätzliche Kaufkraft der Bürger durch geringere Stromkosten und durch Einspeisevergütung; darüber hinaus 278 Tonnen CO2-Einsparung im Jahr. Die Aktion wird jetzt durch breite Öffentlichkeitsarbeit bekannt gemacht. Bei einem muss niemand mehr Überzeugungsarbeit mehr leisten: ZEN-Geschäftsführer Gerhard Kopf lässt sich, wie er zum Ende der Veranstaltung erklärte, als Erster die beworbene Anlage auf sein Hausdach bauen.

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.pv-eigenverbrauchsinitiative.de
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