"Die Wirtschaft helfen lassen"

FDP-Kreisvorsitzender Moritz Pöllath (links), 3. Bürgermeister Hans-Jürgen Reitzenstein (Dritter von links) und der FDP-Ortsvorsitzende Achim Groth (Fünfter von rechts) begrüßten den FDP-Landesvorsitzenden Albert Duin (Zweiter von links) in der Herzogstadt. Bild: gac
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
16.10.2015
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"Wir fordern nicht: Leistung muss sich lohnen. Wir fordern: Leistung muss erlaubt sein!" Albert Duin, der Landesvorsitzende der FDP Bayern, ist ein Freund starker Worte. Die Mitglieder des FDP-Kreisverbandes Amberg-Sulzbach hörten sie gerne.

Vor gut einem Jahr wurde der Münchener Unternehmer Albert Duin nach einer furiosen Vorstellungsrede überraschend zum Vorsitzenden der bayerischen FDP gewählt. Seitdem ist er, neben seiner Tätigkeit im eigenen Unternehmen, auf Achse, um in den Orts- und Kreisverbänden für seine Positionen zu werben.

"Eine liberale Stadt"

3. Bürgermeister Hans-Jürgen Reitzenstein erläuterte Duin die Situation in Sulzbach-Rosenberg. "Sie kommen in eine liberale Stadt. Unser erster Nachkriegs-Bürgermeister Konrad Paulus war einer der Mitbegründer der bayerischen FDP", erklärte Reitzenstein stolz. Aber auch aus der Gegenwart gebe es mit der gelungenen Umstrukturierung und der touristischen Aufwertung der Stadt Positives zu berichten.

Duin verknüpfte Persönliches mit der großen Politik: "Ich bin Migrant. Ich bin nämlich in Ostfriesland geboren." Seit 1969 lebe er in München, habe dort ein elektrotechnisches Unternehmen gegründet und sei durch seine Ehe mit einer Münchnerin laut Verfassung bayerischer Staatsbürger.

Wasserfall oben stopfen

Zum Thema Flüchtlinge sagte er: "Wir müssen allen, die jetzt unterwegs oder schon hier sind, ein Dach über dem Kopf, Nahrung und Kleidung geben. Das gebietet die Humanität. Aber der Wasserfall, den wir jetzt erleben, muss oben gestopft werden, in den Heimatländern, sonst können wir das mit unseren Möglichkeiten nicht mehr bewältigen."

Eins ist dabei für Duin völlig klar: "Unser Land, unsere Gastfreundschaft, unsere Regeln." Die Anpassung an die Sitten und Gebräuche des Gastlandes, die selbstverständlich von den Deutschen verlangt würden, wenn sie in ferne Länder reisten, müsse man auch von den Flüchtlingen erwarten.

An Arbeitsministerin Nahles hat er einen offenen Brief geschrieben. Sie hatte die Wirtschaft aufgefordert, für junge Flüchtlinge Hunderttausende Einstiegsstellen und Praktika bereitzumachen. Duin dazu: "Wir wollen helfen - aber Sie müssen uns auch lassen!" Vorrangprüfung, Versicherungen und verteilte Zuständigkeiten verhinderten das derzeit. Er verlangte eine Entlastung der Mittelständler von Bürokratie und "zweckfreien Dokumentationspflichten".

Deutschland habe derzeit eine sozialdemokratische Regierung mit einer Opposition, die noch weiter links stehe. Da könne man keine Rücksicht auf die Belange von kleinen und mittleren Unternehmen erwarten. "Ich wollte schon als junger Mensch immer Unternehmer sein. Wenn ich gewusst hätte, was da auf mich zukommt, hätte ich mich wahrscheinlich nicht getraut", schloss Duin.

Parolen verunsichern nur

Kreisvorsitzender Moritz Pöllath griff noch einmal die politische Behandlung der Flüchtlingsfrage auf: "Grüne Politiker fordern, Deutschland als Land aufzulösen. Auf der anderen Seite machen Pegida und AfD mit dumpfen Angstparolen Stimmung. Dabei hat es heuer fast 500 Anschläge auf Flüchtlinge gegeben, aber nicht einen von Flüchtlingen." Alle extremen Parolen verunsicherten die Menschen nur und trügen nichts zur Lösung bei.
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