Digital zum "Ritterschlag"

Lokales
Sulzbach-Rosenberg
24.11.2014
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Mechanik, Hydraulik, Pneumatik, Elektronik - der Computer kann alles: Simulation hilft im Berufsbildungszentrum (BBZ) der Maxhütte Technologie den Azubis, die Lernziele zu erreichen. Und das tun sie alle, denn die Prüfungsergebnisse liegen stets über dem Durchschnitt der IHK.

Man kann sich hier einen Tag schulen lassen oder auch 16 Wochen lang den Unterricht besuchen. Das Angebot ist groß und wird viel genutzt von Firmen im Landkreis und der weiteren Umgebung. Rund 200 Schüler schleust BBZ-Leiter Uwe Frömel jedes Jahr durch die Räume im ehemaligen Maxhütten-Areal. Mechatroniker, Elektroniker, Industrie- und Zerspanungsmechaniker heißen die Berufe, in denen die jungen Leute in allen Lehrjahren hier ihre Ausbildungsmodule absolvieren.

Aber zurück zum Anfang: 2006 übernahm die Maxhütte Technologie (MHT) das von der IHK aufgegebene traditionsreiche Berufsbildungszentrum. Maschinen, Einrichtung und Know-how wanderten ins Maxhütten-Gelände, wo seitdem die Tradition auf private Initiative fortgesetzt wird. Etwa 30 Firmen zwischen Auerbach, Hersbruck, Schwandorf und Amberg schicken ihre Lehrlinge seitdem nach Rosenberg zur überbetrieblichen Ausbildung.

Sicheres Netzwerk

Alleine in den letzten Monaten investierte das Unternehmen einen satten fünfstelligen Betrag in die Schulungsräume. Stolz präsentieren Uwe Frömel und sein Stellvertreter, der Ausbilder Stefan Haberberger, den EDV-Raum. 13 Arbeitsplätze mit Beamer, den modernsten Laptops (i5-Prozessor, SSD-Festplatte), Qualitäts-Bildschirmen, voll vernetzt, mit Internet, bestückt mit leistungsfähiger Software.

Die interne IT-Abteilung hat den EDV-Raum professionell eingerichtet und ein komplettes, verwaltbares Netzwerk mit großem Sicherheitsstandard geschaffen. Damit ist die Simulation von Hydraulik- oder Pneumatik-Prozessen kein Problem. Kompliziertere elektronische Vorgänge wie CAD-Zeichnungen, CNC-Simulationen und SPS-Software für Maschinen laufen ausbildungsgerecht ab. Im Gang summt ein neuer 3D-Drucker und produziert Einzelteile z.B. für Anschauungsmodelle - auch das Anfertigen von 3D-Modellen steht auf dem Ausbildungsplan.

Geschäft läuft gut

Darüber hängt ein perfekter Aufbau zur Sensorschulung - "das hat in dieser Form sonst keiner", freuen sich die Ausbilder. Alle Sensoren lassen sich praxisnah mit teilweise komplexen Konstruktionen betätigen und auswerten - Entwicklung und Aufbau des didaktischen Systems lagen natürlich auch bei den Ausbildern und Azubis des BBZ. Zudem hat das Zentrum in allen Räumen interaktive Unterweisungssysteme eingerichtet und schafft so den Sprung in das digitale Ausbildungszeitalter.

Es spricht sich herum

Wie läuft das Geschäft? Uwe Frömel kann gute Zahlen vorweisen. Weil die Vorteile einer überbetrieblichen Ausbildungswerkstatt und die Ausbildungsqualität beim BBZ immer mehr Firmen bewusstwerden, geht der Trend bei den Belegungszahlen kontinuierlich nach oben. "Das soziale Engagement der MHT, die dieses Zentrum seit acht Jahren finanziert, zeigt Erfolge: Sowohl die Zahl der Firmen-Kunden als auch der Azubis steigt an!", freut sich Frömel.

Die Maxhütte Technologie gehört zur Max-Aicher-Unternehmensgruppe, und in deren Firmen genießen Aus- und Fortbildung großen Stellenwert. Das zahlt sich aus, sowohl für die eigenen Leute als auch die "Kundschaft" aus anderen Firmen. Neuester Erfolg: Das Berufsbildungszentrum erhielt nach aufwendiger Vorbereitung die Zertifizierung nach AZAV (Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung).

Auf hohem Niveau

Sie gilt für alle Träger, die Arbeitsförderung nach Sozialgesetzbuch III durchführen - die staatliche Anerkennung, quasi der "Ritterschlag" für diese Einrichtung. Das Berufsbildungszentrum darf jetzt mit der Agentur für Arbeit oder anderen staatlichen Stellen kooperieren - es steht nun auch offiziell für optimale Ausbildung auf hohem Niveau.
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