Doch Schotten, die schon in Amberg-Sulzbach waren, unterstützen den neuen Anlauf für ...
Das schlechte Bett drückt noch nach 20 Jahren

In Schottland herrscht hohe Jugendarbeitslosigkeit, warum sollen Jugendliche nicht bei uns ein Praktikum machen?
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
30.11.2015
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Der Besuch einer Delegation des Landkreises mit Claudia Mai an der Spitze im schottischen Partner-District Argyll & Bute ist gerade einmal drei Wochen her, da werden schon Pläne für das kommende Jahr gemacht. "Der Austausch soll weiter gepflegt und intensiviert werden", sagt die Kommunale Jugendpflegerin Claudia Mai und zieht ein positives Fazit der Reise.

Frau Mai, wie lange waren Sie in Schottland und was waren die Arbeitsschwerpunkte?

Mai: Die Delegation war sechs Tage in Schottland, jeden Tag an einem anderen Ort. Wir waren dort in den Jugendzentren und Schulen, um möglichst viele Kontakte knüpfen und Menschen kennenlernen zu können. Mit Erfolg, wie ich finde. In Oban habe ich beispielsweise mit dem Sozialarbeiter Scott Douglas einen Gegenbesuch der Schotten in Deutschland für das kommende Jahr vereinbart. Sobald wir wissen, welche Gruppe kommt, stellen wir hier im Landkreis den Kontakt her.

Sie sagen, der Austausch soll weiter gepflegt und intensiviert werden. Wie ist das denn denkbar?

Mai: Denkbar sind zum Beispiel Berufspraktika. In Schottland herrscht eine hohe Jugendarbeitslosigkeit, warum sollen die Jugendlichen nicht bei uns ein Praktikum machen können? Umgekehrt gilt das natürlich genauso. Intensivere Gespräche bezüglich Austausch haben die schottischen Lehrer mit unserer Lehrkraft des HCA-Gymnasiums geführt. Da bin ich mehr als zuversichtlich, dass ein Fachkräfteaustausch zustande kommen könnte. Die Schotten haben aber auch Interesse an einer Kooperation mit dem Naturpark Hirschwald und Programmen der LAG bekundet. Da dürfen wir gespannt sein.

Welche Besonderheiten sind Ihnen vom Schottlandaufenthalt in Erinnerung geblieben?

Mai: Neben der Schönheit der Landschaft vor allem die Begegnungen mit zwei Menschen. Beide waren vor Jahrzehnten zum Austausch in Amberg-Sulzbach und konnten sich noch sehr gut an ihre Zeit hier in Deutschland erinnern. Sie waren sofort Feuer und Flamme, sich künftig einzubringen. Beim ersten, einem Musiker, war das einfach, da wir Werner Stein vom Nordbayerischen Musikbund dabei hatten und dadurch sofort ein Kontakt hergestellt werden konnte. Bei der anderen Dame haben wir Unterstützung angeboten bekommen unter der Voraussetzung, dass sie im Falle eines Austauschs - anders als vor 20 Jahren in Weißenberg - diesmal ein vernünftiges Bett im Landkreis angeboten bekommt. Das fand ich witzig, und so etwas bleibt dann auch in Erinnerung.

Wie geht es denn jetzt weiter?

Mai: Ich bin weiter in regem Kontakt mit den Schotten und bei konkreteren Planungen für 2016. Eine große Hilfe dabei ist unser Handbuch für Austausche, das wir im Sommer mehrsprachig herausgebracht haben. Das kam bei den Schotten richtig gut an und macht einiges viel leichter. Ich freue mich auf den Besuch der Schotten und bin guter Dinge, dass das nicht der letzte Austausch sein wird, sondern wir mit unserer Reise in Argyll & Bute neue Türen für eine gelebte Partnerschaft aufgestoßen haben.
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