Dorfwettbewerb 2015: "Unser Friedhof - Ort der Würde, Kultur und Natur"
Symbolträchtige Stätten

Lokales
Sulzbach-Rosenberg
22.05.2015
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Der Landkreis Amberg-Sulzbach ruft heuer zur Teilnahme am diesjährigen Dorfwettbewerb "Unser Friedhof - Ort der Würde, Kultur und Natur" auf. Nachdem in den vergangenen Jahren im Wettbewerb der Ortschaften die Bushäuschen, Feuerwehrhäuser oder Kapellen im Mittelpunkt standen, bewertet heuer eine fachkundige Jury die Friedhöfe als Räume von besonderer Bedeutung für Dörfer und Städte.

Der Wettbewerb wurde vom Bayerischen Landesverband ausgeschrieben, erfährt Unterstützung durch die Kreisfachberatung für Gartenkultur und Landespflege und die Bayerische Staatsministerin für Umwelt und Verbraucherschutz Ulrike Scharf konnte als Schirmherrin gewonnen werden.

Friedhöfe sind symbolträchtige Stätten mit einer regional verankerten Trauerkultur. Sie sind sowohl Orte der Bestattung, des Totengedenkens und des Trostes als auch der Begegnung der Besucher. Darüber hinaus bieten sie Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten. "Der Friedhof selbst wie auch die Bestattungskultur waren stets einem Wandel unterworfen", so Kreisfachberaterin Michaela Basler, die den Wettbewerb auf Landkreisebene organisiert. In letzter Zeit jedoch sei dieser Wandel sehr deutlich wahrnehmbar. Verantwortlich hierfür sei eine Vielzahl sozialer, kultureller, weltanschaulicher und religiöser Faktoren.

Eine Folge des Wandels ist die Zunahme der Urnen- gegenüber der Erdbestattung. Im Bundesdurchschnitt beträgt die Feuerbestattung mittlerweile schon mehr als 50 %, im Nordosten der Bundesrepublik teilweise über 90 %. "Da die Urnenbestattung auch bei uns weiter zunimmt, stehen die Friedhofsträger zunehmend vor der Herausforderung, neue Bestattungsformen stimmig in die Gestaltung unserer gewachsenen Friedhöfe zu integrieren", so Basler.

"Die Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege beraten und unterstützen die Träger unserer Friedhöfe dabei in allen Fragen der Gestaltung und Bepflanzung." Ziel des Wettbewerbes sei es, das Bewusstsein der Bevölkerung auf gut gestaltete Friedhöfe zu lenken und Lösungen für die Integration neuer Bestattungsformen auf bestehenden Friedhöfen aufzuzeigen.

Der Wettbewerb richtet sich an die Träger kommunaler oder kirchlicher Friedhöfe. Eine Fachkommission wird die teilnehmenden Friedhöfe Mitte Juni besuchen. Dabei stehen Fragen zur Konzeption des Friedhofes, dem behutsamen Einfügen neuer Bestattungsformen in die Gesamtanlage und Gestaltungskonzepte im Mittelpunkt.

Im Rahmen eines Festabends am 30. Oktober sollen positive Beispiele herausgestellt und Impulse zur Nachahmung gegeben werden.

"Wünschenswert sind Lösungen, die den individuellen Bedürfnissen der Hinterbliebenen entgegenkommen und gleichzeitig das regional geprägte Gesamtbild des Friedhofes bewahren. Gefördert werden sollen Sensibilisierung und Engagement von Bürgerinnern und Bürgern sowie Entscheidungsträgern für Gestaltung, Pflege und Erhalt würdevoller Friedhöfe. Unabhängig von allen Veränderungen muss aber sichergestellt werden, dass der Friedhof auch weiterhin dem zutiefst menschlichen Bedürfnis "Trauer" Raum gewährt", plädiert Kreisfachberaterin Michaela Basler.
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