Dr. Hans Thaufelder spricht zur Seniorenwoche über Herzrhythmusstörungen - Auf Symptome achten
Bei Attacken auf jeden Fall zum Arzt

Der Chefarzt der Kardiologie, Dr. Hans Thaufelder, klärte die Senioren im St.-Anna-Krankenhaus über die Gefahren bei Herz-Attacken auf. Bild: cog
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
26.09.2014
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Wie funktioniert das Herz, wie wirkt es sich auf den Körper eines Menschen aus? Wie kann man erkennen, ob es sich um eine Herzrhythmusstörung handle und welche Möglichkeiten von Gegenmaßnahmen gibt es? Über diese Palette von Fragen informierte bei einer Veranstaltung der Seniorenaktionswoche im St.-Anna-Krankenhaus unter dem Thema "Wenn das Herz aus dem Takt gerät" Chefarzt Dr. Hans Thaufelder.

Dank hatte die stellvertretende Vorsitzende des städtischen Seniorenbeirates Gerda Meister parat, und zwar für das St.-Anna-Krankenhaus und das Beiratsmitglied des Fördervereins Marille Köper für die angenehme Aufnahme.

Ärztlichen Rat holen

Wenn das Herz juble und lache, sei alles in Ordnung, wenn es aber Probleme bereite, sollte man es ernst nehmen und mit ärztlicher Hilfe Maßnahmen einleiten, um auch nach Herzrhythmusstörungen gut leben zu können. Dazu forderte Leitender Oberarzt Dr. Klaus Nester auf.

"Plötzlich poltert es in der Brust, wenige Sekunden später ist es wieder vorbei." Zwar seien solche Attacken in den meisten Fällen harmlos, doch man sollte sie trotzdem nicht auf die leichte Schulter nehmen und sich ärztlichen Rat einholen, gab Dr. Hans Thaufelder zu bedenken. Der normale, regelmäßige Herzschlag werde als Sinusrhythmus bezeichnet und entstehe im rechten Vorhof.

Die Erregung des Herzens und nachfolgend die Herzmuskelkontraktion breite sich von dort zunächst über die Vorhöfe zum AV-Knoten und dann wieder auf die Herzkammern aus. Werde der normale Herzschlag zu langsam, zum Beispiel beim Schlafen, bezeichne man dies als Sinusbradykardie. Ein zu schnellen Herzschlag, bei Anstrengungen und Stress werde Sinustachykardie benannt. Komme es zu krankhaften Abweichungen in der Entstehung oder Weiterleitung der Herzerregung, dann seien dies sogenannte Herzrhythmusstörungen.

Der Sympathikus stelle einen Teil des vegetativen Nervensystems dar, schilderte der Referent. Er bewirke insgesamt eine Leistungssteigerung des Organismus und versetze den Körper in eine hohe Leistungsbereitschaft. Damit würden die Herztätigkeit, der Blutdruck, die Durchblutung und der Tonus der Herz- und Skelettmuskulatur, die Glykolyse und der Stoffwechsel gesteigert. Demgegenüber werde der Parasympathikus, der zur Herzfrequenzsenkung führe, als Ruhenerv bezeichnet, da er insbesondere in der Nacht, für Ruhe, Erholung und Schonung des Körpers sorge.

Diagnose-Möglichkeiten

"Manche merken überhaupt nichts, und andere fallen tot um", wies Dr. Thaufelder auf die Symptome bei einer Herzrhythmusstörung hin. Herzstolpern, Leistungsminderung, Luftnot, Herz-Kreislauf-Stillstand gehörten zu den Symptomen. Diagnosemöglichkeiten seien verschiedene Untersuchungen und das Ruhe-, das Belastungs- und das Langzeit-EGK.

Infrage komme auch die invasive elektrophysiologische Untersuchung. Von Bedeutung seien Gespräche mit Angehörigen, wie es zu dem Vorfall kam, insbesondere, wenn der Patient sich nicht genau erinnern könne.

Welche ärztliche Maßnahmen helfen, welche Medikamente oder gegebenenfalls eine Herzschrittmachertherapie, darüber könne keine allgemeine Auskunft gegeben werden. Es komme auf den Einzelfall an, da Arzneien auf jeden Menschen anders wirkten.
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