Drachenplätzchen und ein Buch

Drei Frauen zeichnen verantwortlich für Marian und seinen Rosendrachen (von rechts): Autorin Dr. Inge Wopfner, die Illustratorin Marina Reilly und Helen Werner, die Herausgeberin. Den richtigen Rahmen für die Vorstellung fanden sie in der Buchhandlung Volkert. Bild: hka
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
01.12.2015
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Ein kleiner Mann war im Raum, der seinen Finger hob: Ja, er habe schon einen Rosendrachen gesehen. Alle anderen, Erwachsene, Kinder und auch der Bürgermeister, hörten erstmals davon.

Von der liebenswerten Echse, dem Jungen Marian und ihren gemeinsamen Abenteuern erzählt ein Buch, geschrieben von einer Frau, die Geschichten bisher immer nur erzählt hat. Ein Samstagnachmittag in der Buchhandlung Volkert mit Drachenplätzchen und einer Buchpremiere. Inge Wopfner hat in ihrem Leben viele Geschichten erzählt, jetzt hat sie erstmals eine niedergeschrieben. "Marian und der Rosendrache" ist ein Kinderbuch, in das vieles eingeflossen ist, was der Autorin in ihrem Leben begegnet ist. Das ist sehr viel, denn es währt schon 87 Jahre.

Herausgabe unterstützt

Wie schwer es ist, ein Buch zu verlegen, weiß Ralf Volkert aus eigener Erfahrung. Er und ein Kreis von Freunden und Experten haben Helen Werner dabei unterstützt, eine Geschichte ihrer Mutter in einem Buch herauszubringen. Die Goldschmiedin aus Edelsfeld und Vorsitzende der Rheuma-Liga, dankt denn auch vor allem Marina Reilly für die Illustration, der Lektorin Katharina Maier und dem ehemaligen Buchdrucker Gerd Kimmel für seine kompetente Beratung. "Schreiben macht Spaß", sagt Inge Wopfner, "man geht dabei in eine andere Welt." Sie ist promovierte Botanikerin aus Innsbruck und hat mit ihrem Mann, einem Geologie-Professor, in Australien, Afrika und China gelebt, gearbeitet und Menschen beobachtet. "Nicht als Tourist, sondern mitten im Leben", betont sie. Und ihre Tochter Helen erinnert sich an Zelt-Abende in der australischen Wüste: "Meine Mutter hat für uns Kinder jeden Abend eine andere Geschichte erfunden."

Gedruckt wurden zwar wissenschaftliche Arbeiten der Wopfners, aber keine der phantasievollen Geschichten. Das änderte sich, als Helen Werner und ihr Mann das Märchen von Marian und seinem Drachen zu lesen bekamen, von der Autorin in zwei oder drei Wochen geschrieben. "Wir bringen es als Buch heraus", beschlossen die beiden, nicht ahnend, welch langwieriger und schwerer Weg ihnen bevorstünde. Das frisch gedruckte Buch erstmals in der Hand ließ aber schnell alle Probleme vergessen: Mit seinem märchenhaft bunten Umschlag und den feinen Tuschezeichnungen der Illustratorin Marina Reilly sieht es nicht nur schön aus, sondern wäre, wie Bürgermeister Michael Göth beeindruckt feststellte, auch ein ideales Geschenk für den weihnachtlichen Gabentisch.

Einige Kapitel gelesen

Und was erlebt nun der kleine Marian mit seinem Drachen? Helen Werner las aus einigen Kapiteln des Buches über die erste Begegnung in der Rosenhecke, über den Flug nach China und den Besuch bei der Kaiserin, sie beschrieb den Sprachenstein aus Rosenquarz und den Zusammenstoß mit den Tuaregs und ihren Kamelen. Die kurzen Auszüge machten die zahlreich anwesenden Kinder neugierig auf mehr. Das Buch "Marian und der Rosendrache" zum Preis von 14,90 Euro dürfte wohl auf manchem Wunschzettel obenan stehen.

Nach weiteren Veröffentlichungen gefragt, gestand die Autorin: "Zwei Geschichten wollen noch raus." Geplant ist ein zweites Kinderbuch, in dem es um Geschichten aus ihrem Leben in Australien geht.
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