Druck erzeugt Mobbing

Lokales
Sulzbach-Rosenberg
27.11.2014
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"Du stinkst" - das gehört häufig noch zu den harmlosen Beschimpfungen, die sich Schüler täglich um die Ohren hauen, aber es geht noch schlimmer. In der Realschul-Aula klärte ein Theater über die Problematik auf. Ein Hauptpunkt: Mobbing in der Klasse.

Ein schlechtes Beispiel ist oft, dass sich im Fernsehen Studiogäste in diversen Nachmittagssendungen anbrüllen, mitunter aufeinander losgehen und dadurch Tag für Tag den Kindern und Jugendlichen das Handwerkszeug des Mobbings präsentiert wird.

Doch die Heranwachsenden dürfen nicht unterschätzt werden: Laut einer Studie kritisieren sie sehr wohl Ausfälle etwa von Dieter Bohlen und haben Mitleid mit den Dschungelcamp-Bewohnern. Sie gleichen also das Gesehene mit den Wertvorstellungen ihrer Umgebung ab. Relevante Jugendstudien der letzten Jahre haben zudem ergeben, dass die Gewalttätigkeit Jugendlicher keineswegs zunimmt, dafür aber stetig der Druck im Alltag wächst.

Steigender Druck

Ein erschreckendes Indiz dafür ist die wachsende Zahl psychischer Probleme bei Kindern und Jugendlichen, Psychologen sehen den Grund dafür im steigenden Leistungsdruck. Leider sei ein Ventil, diesen Druck abzulassen, das Mobbing. "Stinker" - zu Beginn eventuell nur ein gemeiner Spitzname - entwickelt sich im Klassenverband schnell zu ernsthaften Hänseleien, die einzelne Schüler aus dem Klassenverband werfen und so zu Außenseitern machen.

Das ueTheater aus Regensburg, von Deutschlehrerin Heike Temmel in die Realschul-Aula geholt, nahm sich der Thematik verantwortungsbewusst an und klärte die 5. und 7. Klassen anschaulich anhand verschiedener Situationen - vom Unterricht bis zur Klassenfahrt - über das Thema Mobbing auf. In ihrer Geschichte geht es darum, wie Alphatier Tine ihren Mitschüler Marko durch verbale und physische Attacken in die Isolation zwingt, so dass Marko und sein Selbstbewusstsein immer mehr zerbrechen.

Täter auch ein Opfer

Durch den ständigen Perspektivenwechsel wird zum Ende aber klar, dass Tine nicht nur Täter, sondern auch Mobbingopfer innerhalb der eigenen Familie ist und im Grunde auch an ihrem Leben scheitert. Als Tine den Druck ihrer Eltern nicht mehr standhalten kann, ist Markus derjenige, der sie vorm Springen abhält und erst ab diesem Moment wird Tine bewusst, was sie Markus die ganze Zeit über angetan hat.

Im Anschluss stellte sich das überzeugende Theater-Duett (Christine Elsa Wagner und Daniel Zimpel) den Fragen. Die Schauspieler erklärten, welche Formen von Mobbing vorkommen und zeigten Kindern und Jugendlichen Möglichkeiten auf, wie man reagieren sollte, wenn man selbst zum Opfer wird bzw. Mobbing in der Klasse mitbekommt. Manchmal reicht es schon, Heranwachsenden einen Schubs in die richtige Richtung zu geben. Der heißt hier "Was du nicht willst, das man dir tut, das füg auch keinem anderen zu!"
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