Dunkle Wolken überm Brunnen

Eine Menge Gäste kam zur Eröffnung des Osterbrunnenfestes und bewunderte die Handarbeit der fleißigen Mitglieder des Arbeiterkameradschaftsvereins. Bilder: bmr (3)
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
29.03.2015
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Ist das 15. Osterbrunnenfest der Arbeiterkameraden das letzte? Eine endgültige (positive) Antwort darauf stand bei der Eröffnung des Festes noch aus. Wenn es weitergehen soll, muss aber vorher erst einiges bereinigt werden.

Einerseits herrschte bei der offiziellen Eröffnung des 15. Osterbrunnenfestes des Arbeiterkameradschaftsvereins eine hervorragende Stimmung, andererseits goss der Vorsitzende Hans-Jürgen Haas dann Wasser in den Wein, denn es könnte das letzte Osterbrunnenfest sein. Das Stiber-Fähnlein begleitete die Gruppe des städtischen Kindergartens An der Point, Gäste und Vertreter der Vereine vom Flick-Park zum Mutter-Kind-Brunnen.

Der Kindergarten habe sich schon so oft beteiligt, so dass man dieses schon fast als eigenes Fest betrachten könne, meinte Leiterin Christiane Rankl. Beim Auftritt mit dem Osterbrunnenlied, Osterhasentanz und dem Lied "Stups, der kleine Osterhase" war den Kleinen der Beifall der zahlreichen Gäste sicher.

Seit 133 Jahren aktiv

Leider habe der Bayerischen Rundfunk in seiner Aufzählung der Osterbrunnen den AKV nicht erwähnt. Er werde sich aber dafür einsetzen, dass dies nachgeholt wird, versprach der 2. Bürgermeister Günther Koller, der die Grüße des Landkreises und der Stadt überbrachte. Der Arbeiterkameradschaftsverein war 1882 aus der Belegschaft der Maxhütte hervorgegangen, schilderte Vorsitzender Hans-Jürgen Haas. Zu einer Zeit, als es keine Sozialversicherung gegeben habe, wurden Gelder gesammelt, um Waisen und Hinterbliebene von Arbeiterkameraden zu unterstützen.

Auch vor diesem Hintergrund begann vor über 20 Jahren der AKV ein Osterbrunnenfest abzuhalten, ein Brauch, der im Fränkischen weit verbreitet sei, aber auch in der Oberpfälzer Grenzregion gewissen Tradition habe. Höhepunkt der Reihe sei 2005 gewesen, als man mit 16 500 handbemalten Ostereiern den inoffiziellen Weltrekord für Osterbrunnen errang.

"Dank" an Nachbarn

Aus den Erlösen werden seit Jahren karitative Einrichtungen der Region unterstützt. Aber um die Spendenaktionen fortführen zu können, brauche man zufriedene Gäste und guten Umsatz. Und das sei gefährdet. "Deshalb verdienen zwei Nachbarn Dank", betonte Hans-Jürgen Haas sarkastisch. Der eine, der sich über die (nicht vorhandene) Musik beim Preisschafkopf beschwere und "uns davon abhalte, auf die dumme Idee zu kommen, länger als 22 Uhr zu feiern". "Dank" verdiene auch der andere Nachbar, der sich über Bratwurstduft, Hüpfburg und Festzelt mokiere. "Dank", so Haas, verdiene aber auch die Stadt, die dem AKV die Augen geöffnet habe, dass das Überqueren der Heuss-Straße lebensgefährlich und deswegen der Standort Dultplatz wesentlich schöner und sicherer sei. "Nachdem der AKV aber diesen Umzug ablehnt, könnte dies das letzte Osterbrunnenfest sein."
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