Durstlöschen ist Chefsache

Wasser-Flatrate für den Bau: Wer unter freiem Himmel arbeitet, sollte laut Gewerkschaft IG Bau Schutzvorkehrungen gegen Hitze und UV-Strahlung treffen. Bild: hfz
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
27.07.2015
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Sonnen-Alarm für alle, die unter freiem Himmel arbeiten: Bauarbeiter, Dachdecker, Gärtner, Straßenbauer - sie haben die "heißesten Jobs" im Kreis Amberg-Sulzbach.

"Wer bei hohen Temperaturen und in praller Sonne körperlich hart arbeitet, lebt gefährlich", heißt es in einer Pressemitteilung der IG Bau. Die Gewerkschaft hat deshalb jetzt ein "Hitze-Einmaleins für Open-Air-Jobs" vorgestellt. Die darin enthaltenen Tipps auf den Punkt gebracht: viel trinken, viel Schatten, viel eincremen.

Mineralwasser gratis

"Wer schwer schuftet und schwitzt und dann zu wenig trinkt, der riskiert eine Menge: Kopfschmerzen, Konzentrationsverlust, Benommenheit, Übelkeit. Wassermangel kann schnell zum Hitzschlag führen", betont Stefan Königsberger.

Der Oberpfälzer Bezirkschef der IG Bau hat eine Faustregel für die heißen Arbeitstage parat: alle 15 bis 20 Minuten ein volles Wasserglas trinken. "Das Durstlöschen ist dabei Sache des Chefs. Er muss für eine Wasser-Flatrate sorgen. Mineralwasser oder kalte Tees gratis - das gehört zu jedem Sommerprogramm beim Arbeitsschutz", sagt Königsberger. Arbeitgeber seien bei Hitzearbeit dazu verpflichtet, Wasser oder andere nicht-alkoholische Getränke zur Verfügung zu stellen. Das sei in der Arbeitsstättenverordnung klar geregelt. Die Gewerkschaft warnt außerdem davor, das Risiko UV-Strahlung "auf die leichte Schulter" zu nehmen. Die Gefahr, im Job Hautkrebs zu bekommen, werde immer noch enorm unterschätzt. "Wer in praller Sonne arbeitet, muss höllisch aufpassen. Denn das Entstehen von Hautkrebs hängt ganz wesentlich davon ab, wie hoch die Gesamtdosis an Sonneneinstrahlung ist, der ein Mensch im Laufe seines Lebens ausgesetzt ist. Die Haut vergisst nichts", sagt Stefan Königsberger. Er appelliert daher an alle, die unter freiem Himmel arbeiten, sich optimal zu schützen: "Sonnenmilch mit hohem Lichtschutzfaktor gehört griffbereit in jede Arbeitshose. Und dann heißt es regelmäßig eincremen, eincremen, eincremen."

Berufsrisiko Hautkrebs

Gerade der helle Hautkrebs sei ein "Berufsrisiko", heißt es in der Presse-Info weiter. Die IG Bau habe lange dafür gekämpft, die Situation von Betroffenen zu verbessern. Mit Erfolg: "Seit diesem Jahr ist der helle Hautkrebs eine anerkannte Berufskrankheit", macht Königsberger deutlich. Betroffen seien oft ältere Menschen, die im Job viele Jahre intensiver UV-Strahlung ausgesetzt waren. "Der helle Hautkrebs braucht oft Jahrzehnte, bis er sich entwickelt. Deshalb sind Beschäftigte - vom Maurer, über den Gerüstbauer und Erntehelfer bis zum Glasreiniger - häufig erst zwischen dem 60. und 70. Lebensjahr betroffen."

Die IG Bau hat nun das Sonnen-Arbeitsschutzprogramm "Hautkrebs - Nein danke!" gestartet. "Die pralle Mittagssonne kann den stärksten Bauarbeiter umhauen. Es macht Sinn, die Arbeitszeiten zu verschieben und lieber morgens früher anzufangen oder abends länger zu machen", sagt Königsberger.
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