Ebbe im Getreidefeld

Blühstreifen an den Feldrändern bieten eine enorme Artenvielfalt und sind bei den Bienen sehr beliebt. Wildlebensraum-Berater Balduin Schönberger stellte einige gelungene Beispiele vor.
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
21.07.2015
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Das Wasser fehlt. An allen Ecken und Enden merken das die Bauern im Sulzbacher Land: Der Mais ist ein Drittel zu niedrig, der Raps hat noch zu wenig Öl, dem Weizen fehlen 20 Prozent Ertrag. Die Hitzeperiode trifft auch den Landkreis hart. Und dazu kommen die teils katastrophalen Marktpreise.

Besorgte Mienen gab es bei den Kreis-Funktionären des Bayerischen Bauernverbandes: Vorsitzender Franz Kustner, sein Stellvertreter Dieter Dehling, Geschäftsführer Thomas Bayerl, Kreisbäuerin Brigitte Trummer mit ihrer Vertreterin Christine Niebler sowie die Vorstandsmitglieder Maria Graml und Dieter Kolb trafen sich mit Leitendem Landwirtschaftsdirektor Willibald Götz und Wildlebensraumberater Balduin Schönberger vom Amt für Landwirtschaft.

Die Preise im Keller

Die Sorge um den Regen prägte das Gespräch zur Erntesaison 2015. Nicht nur in Franken, wo teilweise bis zu 50 Prozent Ernteausfälle zu befürchten seien, auch bei uns schlage die mehrwöchige Hitzeperiode inzwischen voll durch. Franz Kustner sprach auch die landwirtschaftliche Marktsituation an: "Die Preise sind so schlecht wie nie zuvor!", meinte er zum Schweinefleisch. Auch bei der Milch sei die Schmerzgrenze überschritten.

Futter ist wichtiger

Im Landkreis herrschten zwar regional unterschiedliche Bedingungen, generell aber sei festzustellen, dass der Regen überall in erheblichem Maße fehle. Zu erwarten seien Einbußen beim Mais, dem ein Drittel an Substanz abgehe, und auch beim Weizen und der Braugerste. "Die Futter-Lage ist für den Landwirt wichtiger als die Getreideernte", gab Dieter Dehling zu bedenken, etwa wenn der dritte Schnitt bei Wiesen ausfalle.

Trotzdem hätten sich die Bauern massiv an Maßnahmen zur Stärkung der Ökologie beteiligt, bilanzierte Leitender Landwirtschaftsdirektor Willibald Götz: 722 Hektar ökologische Vorrangflächen und 645 Hektar Brachland existierten im Landkreis, 250 Hektar seien aus der Produktion genommen worden. Durch das Greening-Programm zum Erhalt von Dauergrünlandflächen wie Wiesen und Weiden gebe es größere Vielfalt beim Anbau von Feldfrüchten sowie die Bereitstellung von ökologischen Vorrangflächen auf Ackerland.

Die beim Greening vom EU-Recht eröffneten Handlungsspielräume würden für wirksamen Schutz des Dauergrünlandes genutzt. Dazu kämen viele Blühstreifen an den Feld-und Waldrändern.

8108 Hektar Mais

Götz erklärte, dass es im Landkreis mit Stadt Amberg 36 662 Hektar Ackerfläche gebe, davon 8108 Hektar Mais, 6793 Hektar Wintergerste, 6345 Hektar Weizen. Gut 14 700 Hektar seien als Grünland ausgewiesen. Bilanz von Franz Kustner: "Unsere Böden sind so gut wie nie!" Sorgen macht ihm nur der sinkende Raps-Anbau. "Das ist schlecht für die Bienen und führt langfristig zum vermehrten Import von Soja."
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