Eigenes Modell in Arbeit

Die KAB-Diözesanvorsitzende Gerlinde Bayer aus Regensburg erläuterte die Ziele der 1. Sulzbach-Rosenberger Sozialtage. Bilder: thl (2)
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
26.04.2015
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"Alter! Jetzt geht's um die Rente" - das Motto der 1. Sulzbach-Rosenberger Sozialtage im LCC sagt schon alles aus: Die Rentenperspektive für Arbeitnehmer unter 50 Lebensjahren ist nicht für alle rosig. Bistumsweit machte die KAB in Stadt und Kreis auf die Rentenperspektive der arbeitenden Generation aufmerksam.

Ein Impulsvortrag von KAB-Rechtsstellenleiter Josef Wismet eröffnete die Sozialtage. Eine Ausstellung erläutert anhand von Schautafeln noch bis 1. Mai das deutsche Rentensystem. Sie zeigt das aktuelle Verhältnis von Einkommen zu den Rentenbezügen auf, und veranschaulicht die KAB-Forderung nach einer Generationengerechtigkeit im umlagefinanzierten Rentensystem. Musikalisch beschwingt wurde die Ausstellung vom Percussion-Ensemble der städtischen Sing- und Musikschule unter Leitung von Johannes Mühldorfer.

Mindestlohn ändert nichts

Die Diözesanvorsitzende der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) Gerlinde Bayer erklärte, es sei längst kein Geheimnis mehr: Die Altersarmut in Deutschland nimmt zu. Laut Statistik bezogen 2013 in Westdeutschland 27 von 1000 Männern und 36 von 1000 Frauen ab 65 Jahren Leistungen der Grundsicherung. Eine Entwicklung, die sich auch mit Einführung des Mindestlohnes nicht ändern wird.

Der KAB-Diözesanverband Regensburg habe sich daher entschieden, sich mit Rente und Altersarmut zu befassen und zu zeigen, was passiere, wenn das Rentenniveau um 2030 nur noch bei 43 Prozent des letzten Nettolohnes liegen wird. Die KAB fordere deshalb, dass das Rentenniveau nicht unter 50 Prozent des letzten Nettoeinkommens sinken dürfe. Für Menschen unter 50 könnte es problematisch werden, stellte Landrat Richard Reisinger fest. "Das Kernstück muss die Rente aus der Rentenversicherung bleiben."

Bürgermeister Michael Göth meinte, das Thema werde unterschiedlich betrachtet: von der Wirtschaft, von den Gewerkschaften und den Arbeitnehmern. "Diese Ausstellung wird viele Fragen beantworten". Der Bürgermeister bot an, bei Fragen zum Renteneintritt die Leistungen der Stadt in Anspruch zu nehmen.

Josef Wismet gab einen ausführlichen Überblick über die wichtigsten Reformen der Gesetzlichen Rentenversicherung der letzten 20 Jahren, über Ziele und Folgen. Der Rechtsberater der KAB stellte als Alternative und nachhaltige Reform das KAB-Rentenmodell vor.

"Sockelrente hilft!"

Diese habe mit anderen katholischen Verbänden das Rentenmodell der solidarischen Alterssicherung entwickelt: Das solidarische beitrags- und umlagefinanzierte System solle erhalten und weiterentwickelt werden: neben Pflichtversicherung, privater und betrieblicher Altersvorsorge durch die Einführung einer Sockelrente als solidarische Pflichtversicherung.

Im derzeitigen System werde die Finanzierung der Renten Arbeitnehmern und Arbeitgebern überlassen. "Die Sockelrente stellt dagegen die Alterssicherung personell und finanziell auf eine breitere Grundlage!"
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