Ein bisschen mehr als "Lalala"

Faschingsorden im September: Der Präsident des Landesverbandes Ostbayern, Hans Frischholz (rechts), zeichnete die Ehrengäste mit einem Jubiläumszeichen "50 Jahre LVO" aus. Mit auf dem Bild der Festredner, Nabburgs ehemaliger Bürgermeister Josef Fischer (Siebter von rechts). Bild: Huber
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
28.09.2014
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"Die Zahl der Narren ist unbegrenzt", können die Besucher des Faschingsmuseums in Kitzingen am Eingang lesen. Nicht zahllos, aber zahlreich kamen die Narren am Samstag nach Amberg, um das 50-jährige Bestehen der Vereinigung der ostbayerischen Faschingsgesellschaften zu feiern.

Viele Ehrengäste gratulierten dem Landesverband Ostbayerischer Faschingsgesellschaft (LVO) im König-Ruprecht-Saal zum Jubiläum; Landrätin Brigitte Bachmann gab zu, dass Fasching und Karneval schon längst auch ihre Welt sind. Bürgermeister Martin Preuß wusste, dass die Amberger ein sehr "feierfreudiges Völkchen" sind und der Ort für die Feierlichkeiten kaum besser sein konnte. Aus der Pfalz reiste der Präsident des Bundes Deutscher Karneval (BDK), Volker Wagner, an. In seiner Begrüßung stellte er sich und den Anwesenden die Frage, ob man die Vereinigung überhaupt brauche und ob ohne sie Vieles nicht einfacher wäre. Sehr überzeugend stellte der Präsident aber dann fest, dass man den Verein dazu braucht, "um das Leben im Karneval in ein geregeltes Leben zu bringen".

Austausch mit der Schweiz

Der Vizepräsident des BDK und Chef des Fastnachtverbandes Franken, Bernhard Schlereth gestaltete seine Begrüßung ganz getreu des fränkischen Sprichworts: "Die Bratwürste sollen lang, die Grußworte kurz sein." Er wusste aber, dass die LVO sich auf dem Weg zwischen der Tradition und der Moderne befindet und somit eine wichtige Aufgabe erfüllt - "es gibt aber noch Vermittlungsbedarf, denn Viele meinen, wir machen nur Lalala." Aus der Schweiz reiste Markus Jeker vom Verband HEFARI an. Er gratulierte den Fastnächtlern ("Oder sagt man hier Faschingianer?") zum Jubiläum und gab unumwunden zu, dass den LVO in der Schweiz wohl niemand kenne. Dies griff LVO-Präsident Hans Frischholz sofort auf. Er sprach sich dafür aus, den Austausch zwischen den Verbänden anzuregen.

Josef Fischer, Altbürgermeister der Stadt Nabburg und Kulturpreisträger des LVO, fragte zunächst das Publikum, ob er seine Festrede überhaupt halten soll: "Da vorbereitet man seine Ansprache und dann kommen die Ehrengäste und nehmen einem alles weg!" Doch nach einem einhelligen Ja gab Fischer einen historischen Überblick über die Geschichte des LVO. So erfuhren die Gäste, dass die Wiege des Landesverbands in Amberg und Umgebung stand. Nachdem die Vorgänger-Vereinigung nicht mehr aktiv war, wandte sich die Narhalla Haselmühl-Kümmersbruck vor 50 Jahren an die älteste Gesellschaft "Narragonia" in Regensburg mit der Bitte um Reorganisation.

82 Gesellschaften

Heute gehören dem Verband 82 Gesellschaften an; dabei sind die Niederbayern in Überzahl. Fischer lobte auch das aktive Mitwirken der Politiker und erinnerte sich unter anderem an den Amberger Altbürgermeister Franz Prechtl, der "gut Spaß verstehen konnte und sich öfter mal als Landstreicher ausgegeben hat".
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