Ein Krippen- und Kapellenbauer

Lokales
Sulzbach-Rosenberg
12.09.2015
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"Dort am Waldesrand ein Kirchlein, eingerahmt vom Buchenhain. Diesen Platz am Saum des Dorfes schloss ich in mein Herz hinein." So heißt es in der dritten Strophe des Stiftersloher Heimatlieds. Auf niemand passen diese Zeilen besser als auf Ludwig Hofmann.

Er besitzt einen maßgeblichen Anteil daran, dass der Wunsch nach einer eigenen Kapelle in Stifterslohe in Erfüllung gegangen ist. Seit der Gründung des Kapellenbauvereins im September 1986 steht er als Vorsitzender an der Spitze. Am Montag, 14. September, wird Ludwig Hofmann 70 Jahre alt.

Mit seinen Gästen

Als Zeichen der Dankbarkeit zelebriert Pfarrer i. R. Lorenz Hägler bereits am morgigen Sonntag um 11 Uhr in Stifterslohe eine Messe. Anschließend feiert der Jubilar mit seinen Gästen im Gasthaus Kopf in Altmannshof.

Im Gespräch mit der SRZ erinnert sich Ludwig Hofmann an die Vorgeschichte der St.-Johannes-Kapelle, die in die 70er-Jahre zurückreicht. Mitglieder der KAB und der Kolpingfamilie Rosenberg weckten mit ihren besonders gestalteten Maiandachten im Freien bei der Familie Hofmann den Wunsch nach einem eigenen Gotteshaus im Ortsteil. Der damalige Dekan Lorenz Hägler ermutigte die Bewohner, sich darum zu bemühen.

Sie schauten sich Kapellen in anderen Dörfern an, und Ludwig Hofmann schrieb Briefe an die Diözese Eichstätt. "Richtig in Schwung kam das Vorhaben durch den damaligen Illschwanger Pfarrer Andreas Thiermeyer", erzählt Ludwig Hofmann.

Nicht begeistert

Architekt Hans Schaller und der damalige Stadtbaumeister Rudolf Heinl entwarfen erste Pläne. Der seinerzeitige Diözesanbaumeister Professor Schattner habe einen Zuschuss allerdings von einer Mindestzahl an Sitzplätzen abhängig gemacht. "Allerdings waren die Stiftersloher von Schattners Vorstellungen nicht begeistert", erzählte Hofmann im Gespräch. Schließlich zeichnete Architekt Schaller, unter Berücksichtigung der Vorgaben aus Eichstätt, einen dritten Plan. Er bildete schließlich die Basis für die Kapelle.

Für die rechtlich einwandfreie Grundlage des Projekts sorgte der im September 1986 gegründete Kapellenbauverein, bei dem Ludwig Hofmann den Vorsitz übernahm. Er war gleichzeitig der Ortssprecher für die in Stifterslohe von der Regierung der Oberpfalz anberaumte Dorferneuerung. Es gelang ihm, das Amt für Ländliche Entwicklung in Regensburg für die Unterstützung des Kapellenbaus zu begeistern. Die Architektin der Dorferneuerung steuerte noch einige Ideen zu den Plänen bei.

Gefördert von den Diözesen Eichstätt und Regensburg, der Regierung der Oberpfalz, dem Landkreis und der Stadt Sulzbach-Rosenberg, begann im Juli 1988 der Bau. Beeindruckt zeigt sich der Jubilar bis heute davon, wie die Stiftersloher von Anfang an mit anpackten. Im August 1989 weihte der Finanzdirektor der Diözese Eichstätt, Domkapitular Alois Brandl, die St.-Johannes-Kapelle ein. Bischöflich-Geistlicher Rat Lorenz Hägler sei die treibende Kraft gewesen, das Kirchlein mit liturgischem Leben zu füllen.

"Von Anfang an nahm die Bevölkerung unsere Kapelle gut an", stellt Hofmann fest. Von Jahr zu Jahr habe sie mehr Liebhaber gewonnen, die ihre besondere Atmosphäre schätzen. Oft hielten Wanderer oder Radfahrer an, um Momente der Ruhe und Stille zu genießen. Seit sechs Jahren kümmert sich Hofmann um den organisatorischen Ablauf der jeweils fünftägigen Pilger- und Studienreisen des Bereichs Oberpfalz/Niederbayern. Ein besonderes Hobby von ihm ist der Bau von Krippen, in das er viel Zeit investiert. Gerne ist der dreifache Vater aber auch für seine sieben Enkel da.
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