Ein Moderator in Höchstform

Günter Koch (links) ist in seinem Element, wenn er ein Fußballspiel kommentiert. Viel Spaß hatte er am Freitag Abend in der Krötenseehalle beim Turnier der Alten Herren - denn unter anderem war die Traditionsmannschaft des 1. FC Nürnberg dabei. Mit Markus Hechtl, Lothar Güssregen, Robert Kovacic, Harald Distler, Andi Wolf, Armin Störzenhofecker, David Bieringer, Thomas Ziemer, FC-Amberg-Trainer Timo Rost und Marek Mintal. Bild: ref
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
07.02.2015
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"Tooooor, Toooor, Toooor! Marek Mintal haut die Gurke unters Dach. 1:1 - wir sind wieder dabei." Günter Koch ist selig, als "sein Club" am 26. Mai 2007 in Berlin mit einem 3:2 gegen Stuttgart deutscher Pokalsieger wird. Noch seliger wird der Radiomoderator, als er den Torschützen von einst noch einmal ankündigt.

"Ich fasse es nicht. Unglaublich. Dass ich Marek Mintal noch einmal kommentieren kann, ist sensationell. Marek Mintal hier in Sulzbach-Rosenberg", gerät er in Euphorie bei der Vorstellung der Traditionsmannschaft des 1. FC Nürnberg. Die ist Gast beim 7. Illschwanger Hallenmasters - und vor dem Turnier der Alten Herren düdeln die Sprüche von Günter Koch von seiner CD "Nachspielzeit" lautstark durch die Krötenseehalle, darunter auch jener, der das Ausgleichstor zum 1:1 gegen den VfB verkündet. Nach 2014 ist der Club zum zweiten Mal zu den Masters gekommen und tritt gleich in Spiel Nummer zwei gegen den FC Edelsfeld an.

Koch läuft zur Höchstform auf: "Oooh, Andi Wolf, wie er den Ball streichelt. Thomas Ziemer. Doppelpass. Der Gegner schaut zu. Andächtig." Rund 400 Zuschauer in der sehr gut gefüllten Halle lauschen andächtig seinen Worten, wie er die Spiele unten auf dem Kunstrasen kommentiert. Koch steht oben hinter einem kleinen Tischchen auf der Tribüne, mitten unter den Besuchern. Begleitet verbal jeden Spielzug, hat sich vorher von den beteiligten AH-Mannschaften Spickzettel mit Namen, Spitznamen und besonderen Eigenheiten geben lassen. Thomas Dirler, der Vorsitzende des SV Illschwang, hat ihn vorher gefragt, was die Herausforderung an so einem Abend sei. Koch: "Das ist viel anstrengender als Bundesliga oder Champions-League. Da kannte ich jeden Spieler, wusste jede Bewegung. Da konnte ich Geschichten erzählen. Von Illschwang, Edelsfeld oder Kauerhof habe ich vorher gar nicht gewusst, dass es die überhaupt gibt. Deswegen habe ich mich intensiv vorbereitet, und das strengt so ein altes Hirn unglaublich an."

Die Eigenheiten des Clubs muss dem 74-Jährigen niemand sagen, die kennt er in- und auswendig. Auch die Geschichte des Vereins: "Der 1. FC Nürnberg ist die beweglichste Mannschaft Deutschlands. Keine ist so oft auf- und abgestiegen." Der Club: Sein Verein, seine Leidenschaft. Deswegen ist er an diesem Abend auch nach Sulzbach-Rosenberg gekommen: "Ich mache so etwas noch in ganz Deutschland - für Freunde", erklärt Koch. "Besonders, wenn es wie hier für soziale Zwecke ist. Dann mach ich es für null, dann spende ich mein Honorar. Und weil der Club da ist - das ist aus Liebe natürlich."

Den ganzen Abend spricht der ehemalige Radiomoderator, redet bei jedem der zehnminütigen Spiele. Pause macht er nur dann, wenn er dem Publikum ankündigt: "Jetzt hören Sie den Fernsehkommentar." Dann herrscht Stille hinter dem Mikrofon.
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