Ein Traum von einem Stahlwerk

Im Steinkohlekraftwerk in der Gemeinde Ensdorf zeigte Werksdirektor Dr. Klaus Blug (mit der gelben Jacke) den Bürgermeistern aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach die Anlagen mit einer Spitzenleistung von 430 Megawatt.
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
21.05.2015
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Die Fahrt der Bürgermeister des Landkreises ging nach Ensdorf - im Saarland. Dort steht etwas, das für Sulzbach-Rosenberg und seine Maxhütte ein Vorbild sein könnte.

Die Völklinger Hütte ist ein 1873 gegründetes ehemaliges Stahlwerk in der Stadt Völklingen. Es wurde 1986 stillgelegt. 1994 erhob die Unesco die Roheisenerzeugung der Völklinger Hütte als Industriedenkmal in den Rang eines Weltkulturerbes. 2007 wurde sie für die Auszeichnung als historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland nominiert. Das Werk ist ein Ankerpunkt der Europäischen Route der Industriekultur (ERIH), gilt als geschütztes Kulturgut nach der Haager Konvention und lockt jedes Jahr fast 400 000 Besucher an.

"Da bieten sich natürlich ganz tolle Parallelen zur Maxhütte in unserem Landkreis an", meinte der Schmidmühlener Bürgermeister Peter Braun als Kreisvorsitzender des Bayerischen Gemeindetages. "Es ist schon beeindruckend, was aus diesem ehemaligen Stahlwerk geworden ist", resümierten die Gemeindechefs, denn Träumereien in Richtung Weltkulturerbe oder eine andere Anerkennung und Nutzung der Maxhütte in einer ähnlichen Form wären für die Region sicher ein gewaltiger Schritt zu einer neuen Geschichtsschreibung der Nach-Maxhütten-Ära.

Wie zu hören war, reichen ein paar Millionen nicht aus, um so ein Großprojekt anzupacken und einen Status als Kulturerbe zu bekommen. Vielleicht sind es also für die Maxhütte doch nur Träumereien - das wird man sehen, wenn über das Schicksal des Oberpfälzer Werks entschieden ist. "Bis dahin ist es noch ein weiter Weg, aber wir haben gesehen, was machbar ist - auch wenn es derzeit nur Träume sind", sagte Peter Braun.

Interessant war für die Bürgermeister auch ein Rundgang durch das Kohlekraftwerk in Ensdorf. Es ist wird immer wieder von Gegnern einer Energieerzeugung durch Kohle kritisiert. Direktor Dr. Klaus Blug bezifferte die Leistung des Steinkohlekraftwerks auf 430 Megawatt. Wichtig sei das Werk, weil dort mit kurzen Anlaufzeiten Strom für Spitzenausgleiche bereitgestellt werden könne.
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