Einbrecher Im Kindergarten
Beute gemacht statt geteilt

Lokales
Sulzbach-Rosenberg
12.11.2014
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St. Martin ist jenes Fest, das an einen Heiligen erinnert, der seinen Mantel mit einem Armen teilt. Manchen Zeitgenossen liegt dies völlig fern - im Gegenteil, sie bedienen sich momentan kräftig in Kindergärten.

Ein Laptop aus der Krippe von Siemens, Bares aus dem Kindergarten Erlöserkirche, ein Einbruch auch in eine Tagesstätte in Traßlberg. Nach Vermutung der Polizei dürften Diebe sich gezielt die Zeit um den Martinstag ausgesucht haben - in der Hoffnung, in diesen Tagen könnten die Kindergärten und -krippen einiges an Bargeld aufbewahren. Nach Angaben von Polizei-Sprecher Peter Krämer warf ein Unbekannter mit einem großen Stein in der Nacht zum Mittwoch ein Fenster an der Rückseite der Krippe an der Werner-von-Siemens-Straße ein und gelangte so in den Hort. Teils mit brachialer Gewalt öffnete er alle Schränke und Schubläden.

Laptop aus dem Schrank

Da er kein Bargeld fand (laut Polizei wird dort keines aufbewahrt), schnappte sich der Einbrecher ein Laptop im Wert von 400 Euro aus einem Büroschrank. Den Schaden schätzen die Ordnungshüter auf rund 2000 Euro. Ebenfalls in der Nacht zum Mittwoch suchte ein Unbekannter den Kindergarten in der Traßlberger Silcherstraße heim. Die Vorgehensweise war die gleiche wie in Amberg: Mit einem großen Stein zerstörte der Täter ein Fenster an der Rückseite und gelangte so in das Gebäude. Auch dort durchwühlte er das Büro, hebelte sogar einen Schrank auf. Der Unbekannte erbeutete einen höheren dreistelligen Betrag. Der Schaden in Traßlberg beträgt 700 Euro. Bereits in der Nacht zum 29. Oktober hatte der Kindergarten Erlöserkirche an der Dr.-Martin-Luther-Straße einen ungebetenen Gast. Einige Hundert Euro waren diesem dort in die Hände gefallen.

Offensichtlich ist jemand unterwegs, der sich gezielt Kindergärten und -krippen ausgeschaut hat - im Glauben, dort gäbe es etwas zu holen. Gut möglich, dass ein zeitlicher Zusammenhang mit dem Martinstag besteht. Möglicherweise geht der Täter davon aus, dass die Kindergärten um diese Zeit größere Summen Bargeld in den Einrichtungen aufbewahren. "Wir vermuten, dass ein Zusammenhang zwischen den Taten besteht", sagt Polizei-Sprecher Peter Krämer über die Einbrüche.

Vermutlich keine Banden

Wenig wahrscheinlich ist, dass sie auf das Konto osteuropäischer Banden gehen. "Da ist vermutlich ein anderes Klientel unterwegs", so Krämer weiter. Hinweise auf die Einbrüche in Amberg nimmt die dortige Polizeiinspektion unter der Telefonnummer 0 9621/8900 entgegen, zu der Tat in Traßlberg die Beamten in Sulzbach-Rosenberg unter der Rufnummer 0 96 61/8 74 40.
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