"Einfordern, was uns zusteht"

Renate Dümmler, die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen, (rechts) und ihre Stellvertreterin Bettina Moser (links) dankten der stellvertretenden Landrätin Brigitte Bachmann mit einem Blumenstrauß für ihren engagierten Vortrag. Bild: cog
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
09.03.2015
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"Der Internationale Frauentag ist weniger präsent als der Valentinstag oder der Muttertag, wenn die Damen Blumen bekommen", stellte Renate Dümmler fest, die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF). "Aber an diesem Tag geht es um die Rechte!" Heuer stand der Tag unter dem Motto "Frau geht vor".

Die AsF setzt sich für die Gleichstellung von Frauen und Männern in Partei und Gesellschaft ein. Deshalb laden die SPD-Frauen jedes Jahr ein, den Internationalen Frauentag zu feiern. Auch heuer folgten dem zahlreiche politisch aktive Bürger.

So kamen nicht nur die AsF-Mitglieder im Capitol zusammen, sondern auch alle SPD-Stadträte, deren Kollegin Yvonne Rösel von den Grünen, Landtagsabgeordneter Reinhold Strobl, Bezirksrat Richard Gaßner sowie weitere Vertreter des öffentlichen Lebens. Auch viele Männer zeigten mit ihrer Anwesenheit, dass Gleichberechtigung der Frauen ein gesamtgesellschaftliches Anliegen ist.

Mit einem kurzen Film ließen die Organisatorinnen die Geschichte Revue passieren. Die Zuschauer erfuhren, dass Frauen erstmals 1919 in Deutschland wählen durften, und noch 1977 konnte eine Frau ohne Einverständnis ihres Mannes nicht erwerbstätig sein.

Die Geschichte des Frauentags stellte Dümmler in einer Präsentation dar. Schon Clara Zetkin habe 1910 einen Internationalen Frauentag gefordert. Zentrales Thema damals war das Frauenwahlrecht. 1949 wurde im Grundgesetz die Gleichberechtigung von Männern und Frauen festgelegt, aber erst 1994 wurde ein Zusatz in die Verfassung aufgenommen, der den Staat zur Förderung der Gleichberechtigung verpflichtet.

Mehr Bedeutung

Nach wie vor seien Frauen unterrepräsentiert, und auch gleicher Lohn für gleiche Arbeit sei noch nicht erreicht. "So gibt es viele Gründe, den 8. März zu feiern als einen Tag der erreichten wie auch der noch ausstehenden Frauenrechte", schloss Dümmler. Bürgermeister Michael Göth stellte fest: "Der Frauentag hat nach wie vor Bedeutung, und er wird noch an Bedeutung gewinnen."

"Wir müssen einfordern, was uns zusteht, und das auch wirklich durchsetzen", sagte stellvertretende Landrätin Brigitte Bachmann in ihrem Vortrag. "Wir dürfen nicht darauf warten, dass die Männer uns ein Zuckerle zuwerfen."

Noch viel zu bewältigen

In ihrer kämpferischen Rede hob sie Erfolge der SPD wie Mindestlohn, Mietpreisbindung und Frauenquote in Aufsichtsräten hervor, ging aber auch auf die vielen Herausforderungen ein, die noch zu bewältigen seien. So müsse der Altersarmut Einhalt geboten und die Lohngerechtigkeit von Männern und Frauen erreicht werden. Auch bei der Barrierefreiheit sei noch viel zu tun. Ein weiteres Problem sei die Politikverdrossenheit.

Perspektiven geben

Hier seien die Politiker gefragt, der Jugend Perspektiven zu geben und die aufzufangen, die am Rand stehen: "Wir ebnen unserer Jugend den Weg in eine aussichtsreiche Zukunft." Schließlich ging Bachmann auf die Migranten ein, die nach Sulzbach-Rosenberg kommen: "Sie bereichern uns mit den Schätzen und dem Wissen ihrer Kulturen." Dümmler und ihre Stellvertreterin Bettina Moser dankten der Referentin mit einem Blumenstrauß.
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