Eisengau-Sonderband 35 ausschließlich dem Thema "Sulzbach - eine wehrhafte Stadt" gewidmet
Grenzsteine, Krieg und dicke Mauern

Sulzbach ist auf der Titelseite des Eisengau-Sonderbandes zu sehen.
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
26.09.2011
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Trutzige Mauern, schwere Holztore und die echten "Rittersleit" - eine stimmige Kulisse für die geschichtsträchtige Herzogstadt. Passend auch für die Vorstellung des neuen Eisengau-Sonderbandes 35 unter dem Titel "Sulzbach - eine wehrhafte Stadt". Ort des Geschehens war der "Zwinger" beim Stiber-Turm in der Langen Gasse. Die vier Autoren der fünf historischen Beiträge standen den zahlreichen Gästen dabei Rede und Antwort.

Kreisheimatpfleger Dieter Dörner freute sich als Schriftleiter der Eisengau-Redaktion über das große Interesse an der Vorstellung des neuen Sonderbandes. Es ist Band 35 der Reihe der heimatkundlichen Beiträge der Stadt Amberg und des Landkreises Amberg-Sulzbach.

Wie Dörner weiter informierte, ist es der erste Band, der ausschließlich eine Stadt, nämlich das ehemalige Sulzbach, zum Inhalt hat. Der Eisengau ist eine Publikation des Historischen Vereins für Oberpfalz und Regensburg - Regionalgruppe Amberg.

Belagerung 1504

Zunächst befasst sich Archivpfleger Armin Binder im neuen Band mit der Belagerung Sulzbachs im Landshuter Erbfolgekrieg 1504. Detailliert schildert der Autor, wie es dazu kam, welche Parteien und Personen beteiligt waren und welche Scharmützel ausgetragen wurden. Es geht um Belagerung, Brandschatzung, Einquartierungen und Viehdiebstahl. Auch Reimchronist Christoph Triemann kommt mit der Beschreibung der Amberger Niederlage zu Wort.

"Der historische Grenzstein zu Wüllersdorf" lautet der erste Beitrag von Mathias Conrad. Zu finden ist der Stein an der Kreisstraße von Fürnried nach Wüllersdorf etwa 300 Meter nach der Grenze zu Mittelfranken am Fuß der Böschung. Es ist ein Markstein mit Nürnberger Wappen, der fast drei Jahrhunderte die Staatsgrenze zwischen dem Herzogtum Sulzbach und dem Territorium der Freien Reichsstadt Nürnberg kennzeichnete.
Kreisheimatpfleger Walter Schraml nimmt im neuen Eisengau-Band den historischen Grenz- und Geleitstein bei Weigendorf genauer unter die Lupe. Seit 2008 steht er wieder an seinem angestammten Platz an der alten Högenbach-Grenzbrücke zwischen Weigendorf und Hartmannshof. Der fachgerecht restaurierte Stein wurde als schützens- und erhaltenswertes Objekt in die Denkmalliste der Baudenkmäler des Landkreises Amberg-Sulzbach aufgenommen.

Großburg der Franken?

Auf mehr als 40 Seiten beschreibt Dr. Mathias Hensch die "Archäologischen Erkenntnisse zur früh- und hochmittelalterlichen Befestigung Sulzbachs". Mit vielen Bildern schildert der Archäologe die bei seinen Ausgrabungen mit Funden gewonnenen Erkenntnisse um die älteste Befestigung der Kernburg, der Siedlung, der Neustadt und stellt "urbs Sulcpach" als Großburg der fränkischen Expansion im Grenzraum zu Baiern und Slawen zur Diskussion.

In seinem zweiten und zugleich letzten Beitrag im neuen Eisengau-Sonderband beleuchtet Mathias Conrad die Baugeschichte der Sulzbacher Stadtbefestigung im Spätmittelalter und der frühen Neuzeit mit der Befestigung des Bühl- und Bachviertels.
Der Autor beschreibt den Bau der Befestigungsanlagen mit dem Stadtgraben der Schanze, den Basteien, dem Wehrgang sowie der Haupt- und Zwingermauer. Conrad geht aber auch auf Abbruch und Verkauf von Teilen der Stadtbefestigung sowie auf die Auswirkungen des Stadtbrandes 1822 ausführlich ein.

In der Herzogstadt sind die Bände der Eisengau-Reihe in den Buchhandlungen Dorner und Volkert zum Preis von 8,20 Euro erhältlich.

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.der-eisengau.de
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