Eltern können nicht klagen

Mehr Bewerber für Krippen, als freie Plätze. Im Stadtgebiet gibt es Wartelisten. Da viele Eltern ihren Nachwuchs gleich in mehreren Einrichtungen anmelden, gibt es am Dienstag ein Abstimmungsgespräch. Im Moment sieht es so aus, dass kein Kind in die Röhre gucken muss. Bisher war das jedenfalls nicht der Fall. (Bild: Kosarew)
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
09.02.2015
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Das Landgericht Leipzig hat die Stadt zur Zahlung von 15 000 Euro Schadenersatz verurteilt, weil sie drei Kindern keinen Krippenplatz anbieten konnte. Die Mütter blieben länger als geplant zu Hause und klagten den vollen Verdienstausfall ein. In Sulzbach-Rosenberg zieht niemand vor Gericht. Dennoch gibt es auch hier mehr Anmeldungen von unter Dreijährigen als Plätze.

Im Stadtgebiet sind aktuell 88 Krippenplätze gemeldet, 25 in der Tagesstätte Sonnenschein des Roten Kreuzes, 22 im Familientreff der Arbeiterwohlfahrt, 15 bei Montessori, 14 in der einzigen städtischen Einrichtung An der Point und 12 im Guten Hirten. Laut stellvertretendem Kämmerer Jochen Herrmann, der bei der Stadt mit für die Tagesstätten zuständig ist, gibt es sogar 142 gemeldete Plätze, da in den Kindergärten ohne Krippe teilweise Zweijährige aufgenommen werden - wenn noch Kapazitäten frei sind.

Alle Plätze vergeben

Die Plätze sind vergeben, auch schon für das im Herbst beginnende neue Kindergartenjahr. "Wer sich jetzt anmeldet, kommt auf die Warteliste", sagt Gabi Sperber. Sie leitet die Tagesstätte Guter Hirte, in der sich Dienstag die Vertreterinnen der einzelnen Krippen treffen, um die angemeldeten Mädchen und Buben auf die vorhandenen Plätze zu verteilen.

"Bisher war es immer so, dass sich das in Wohlgefallen aufgelöst hat." Aktuell stünden bei Sperber zwar sechs Mädchen und Buben auf der Warteliste, aber nur in der Theorie. Denn der tatsächliche Bedarf lasse sich nur schwer ermitteln. Thea Luber-Schlegl (Montessori) weiß, warum das so ist: "Es gibt Kinder, die werden von ihren Eltern dreifach oder sogar fünffach angemeldet" - um die Chance auf einen Platz zu erhöhen. Darum ist auch Petra Lang (An der Point) zuversichtlich, "dass sich die, die sich angemeldet haben, unterbringen lassen".

Stadt sieht noch Bedarf

Seien die Zusagen erst einmal verschickt, fielen die Kinder in den anderen Einrichtungen automatisch von der Liste. Zudem werden in der städtischen Krippe auch während des Jahres immer wieder Plätze frei, sagt Lang: "Wenn einer drei wird, rutscht er in den Kindergarten auf." Im Januar sei das bei zwei Kindern so gewesen. Jochen Herrmann zeigt sich mit der Zahl der Krippenplätze zufrieden. Er schränkt aber ein: "Wir bräuchten eigentlich noch eine Krippengruppe. Ich glaube, dass wir sie vollbringen würden." Auch eine weitere Kindergarten-Schar wäre wünschenswert: "Dann hätten wir eine super Versorgung."
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