Endlich auf der sicheren Seite

Die neue Trasse am Annaberg-Nordhang ist schon erkennbar. Sie soll später mit Obstbäumen zur Allee ausgestaltet werden. Bild: Gebhardt
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
19.11.2014
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"Wie ein Hase auf der Flucht" fühle er sich auf der Straße, meinte der Schreiber eines Leserbriefs in der SRZ nach dem Annabergfest: Das fehlende Stück Fußweg zwischen Waldfriedhof und Annaberg sei sehr gefährlich. Doch das ist bald vorbei. Und im Wiesen-Abschnitt wartet eine Überraschung.

Seit 28 Jahren kocht dieses Thema immer wieder im Stadtrat hoch, regelmäßig kamen auch in den Bürgerversammlungen Anfragen.

Stadtbaumeisterin Petra Schöllhorn erinnerte im Januar 2014 daran, dass nach dem ersten Kostenvoranschlag von 1986 (32 000 DM), der Berücksichtigung der Gehwegtrasse und dem Erwerb der benötigten Flächen im Jahr 2000 die aktuelle Kostenschätzung nun bei 80 000 Euro liege: 50 000 Euro für den 750 Meter langen und zwei Meter breiten Weg ohne Asphaltdecke, 30 000 Euro für die Beleuchtung.

Argumente zählen endlich

Stadträte aller Fraktionen setzten sich im Rathaus für den Ausbau und die damit verbundene Beseitigung einer gefährlichen Engstelle ein. Das Gremium beschloss am 28. Januar, bei den Haushaltsberatungen über die Aufnahme des Projekts zu entscheiden. Nachdem dann die angemeldeten 80 000 Euro aufgenommen wurden, konnte die Verwaltung mit den Abstimmungsgesprächen und der Ausschreibung beginnen.

Es wird ein Gehweg ab dem Nordhang des Annaberges in Richtung Waldfriedhof angelegt. Begründung: In diesem Bereich ist nur eine schmale Straßentrasse vorhanden, die auch von Fußgängern benutzt werden muss.

Genau diese Argumente hatten auch die zahlreichen Antragsteller angeführt, sie dürfen sich jetzt bestätigt sehen. Bei der Neuanlage der Streuobstwiese am Annaberg hatten die städtischen Planer übrigens die Trasse schon berücksichtigt.

Damit auch wirklich nichts schiefging, bezog das Bauamt auch einige Partner mit ein: Volker Binner vom Forstrevier Sulzbach-Rosenberg begutachtete ebenso wie Richard Lehmeier vom Landschaftspflegeverband und Georg Dobmeier von der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt gemeinsam mit der Stadt die Streckenführung. Der Wegebau startete noch im Oktober mit ersten Baumfäll-Arbeiten.

Feste Decke

Was genau wird nun eigentlich gebaut? Ein Fußweg nördlich neben der Straße Waldfriedhof-Annaberg, teils in der Wiese, teils im Wald. 750 Meter Gesamtstrecke und eine Ausbaubreite von 2,5 Metern sind vorgesehen, der "wassergebundene Weg" (so die straßenbauliche Bezeichnung) besteht aus Kalksplitt, Sand-Splitt-Gemisch und Schotter als Decke.

Ein Entwässerungsgraben begleitet die Trasse, und im Waldbereich legen die Straßenbauer fünf Mulden, sogenannte "Gumpen", im Feuchtbereich an. Jeder umfasst etwa sechs Quadratmeter und nimmt ablaufendes Regenwasser auf.

Heimat für Eidechsen

Die Überraschung wartet aber in der Wiese am Nordhang des Annaberges: Hier wird der Gehweg mit sechs Metern Abstand zur Asphaltstraße verlaufen, es soll hier nämlich eine neue Obstbaum-Allee entstehen. Dort, wo der neue Weg an die Straße angeschlossen, also "angeböscht" wird, haben die Planer Felsgestein zum Einbau vorgesehen, sogenannte Schroppen. Sie sollen Eidechsen und anderen Tieren eine Heimat bieten.

Naturschutz berücksichtigt

Überhaupt spielt der Schutz der Natur eine besondere Rolle: Bei der Bauzeit nahm man Rücksicht auf die brütenden Waldvögel, die Beleuchtung des gesamten Weges gewährleisten insektenfreundliche LED-Lampen. Kosten wird das Ganze mit allem Drum und Dran rund 100 000 Euro, der Bau soll noch in diesem Jahr fertiggestellt werden. Dann fehlen nur noch die Obstbäume.
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