"Endlich wieder Sonntag"

Betriebsseelsorger Richard Wittmann aus Weiden leitete bei der KAB die Diskussion über den Sonntag. Bild: hfz
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
06.10.2014
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Der Einsatz für den arbeitsfreien Sonntag ist Dauerbrenner bei der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB). Seit den 1960er Jahren kämpft der Arbeitnehmerverband gegen eine Ausweitung der Sonntagsarbeit in Industrie und Handel. Jetzt erhält er Schützenhilfe von Bischof Voderholzer.

Betriebsseelsorger Richard Wittmann aus Weiden ermunterte die Zuhörer beim Vortragsabend im Pfarrheim, bei diesem Kampf nicht nachzulassen, und gab Anregungen für die Erneuerung einer Kultur des Sonntags.

Beim Sonntagsschutz habe man nicht nur die Bundesverfassungsrichter, sondern auch Bischof Rudolf Voderholzer an der Seite. So forderte der Regensburger Oberhirte anlässlich eines Unternehmerempfangs die Politik auf, die Ausweitung der Öffnungszeiten in den Geschäften einzudämmen. Es brauche den Sonntag als gemeinsamen freien Tag in der Woche, so Wittmann. Seit 5000 Jahren präge die Sieben-Tage-Woche den Lebensrhythmus der Menschen. In Anlehnung an den biblischen Sabbat feiern Christen den Sonntag als wöchentlichen Auferstehungstag. Er diene auch der Ruhe, Muße, Erholung und der Besinnung.

Massive Auswirkungen

Selbstverständlich brauche es den Einsatz der Polizei oder Krankenpflege auch am Sonntag, so der Referent. Aber dass inzwischen schon über 25 Prozent der Beschäftigten zur Arbeit am Sonntag herangezogen würden, sei nicht zu billigen. Das habe massive Auswirkungen auf Familie und Gesellschaft.

Um diesem Trend nach immer mehr Sonntagsarbeit entgegenzuwirken, habe sich 2006 nach österreichischem Vorbild auch in Deutschland eine "Allianz für den freien Sonntag" gebildet. Sie werde getragen von der KAB, dem Bundesverband evangelischer Arbeitnehmer, der Katholischen Betriebsseelsorge und der Gewerkschaft Verdi. Hinzu kämen viele weitere Unterstützerverbände.

Allein in Bayern gebe es inzwischen 50 regionale Bündnisse, wobei sich das erste in Sulzbach-Rosenberg formierte. Auf Initiative der "Sonntagsallianz" hätten 82 Landtagsabgeordnete einen Kontrakt unterzeichnet, in dem diese für die Beibehaltung des bisherigen Ladenschlussgesetzes eintreten und sich gegen eine Ausweitung von verkaufsoffenen Sonntagen aussprechen.

Die politische Arbeit der "Allianzen für den freien Sonntag" sei wichtig, aber es brauche parallel eine Erneuerung der Sonntagskultur. Alle seien aufgerufen, so der Referent, den Sonntag wieder zu einem besonderen Tag in der Woche zu machen.

Einblick in Gestaltung

Das fange für Christen beim Besuch der Messe an, das können gemeinsame Unternehmungen in der Familie oder mit Freunden sein, eine Kultur des gemeinsamen Essens oder auch Kochens an diesem freien Tag oder der Sonntagsspaziergang. Eine angeregte Diskussion, bei der die Teilnehmer Einblick in ihre eigene Sonntagsgestaltung gaben, schloss sich an.
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