Erschreckende Gelenk-Fotos

Der Ärztliche Direktor Dr. Klaus Nester und Chefarzt Dr. Marcin Leszcynski (hinten von links) freuten sich über das große Interesse der Senioren. Bild: cog
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
25.09.2015
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"Wir haben alle unsere Wehwehchen an Hüfte und Knie", stellte Gerda Meister, 2. Vorsitzende des Seniorenbeirats, fest. Offensichtlich lag sie mit ihrer Einschätzung richtig, denn der Vortragssaal des St.-Anna-Krankenhauses war komplett besetzt, als Chefarzt Dr. Marcin Leszcynski über Hüftgelenkoperationen referierte.

Jedes Jahr werden in Deutschland etwa 220 000 Hüftoperationen vorgenommen. Das kostet gut zwei Milliarden Euro. "Das ist zwar sehr viel Geld, aber das ist es wert", betonte Dr. Leszcynski. Denn mit der Hüftgelenkprothese könnten die Patienten wieder schmerzfrei laufen.

Eingesetzt und verkeilt

Der erfahrene Chirurg, Orthopäde, Chirotherapeut und Sportmediziner erklärte anhand von Bildern ein gesundes und ein krankes Hüftgelenk. Erschreckend waren die Fotos von Gelenkköpfen, die durch Arthrose zerstört waren. Ein geschädigtes Gelenk kann durch ein künstliches ersetzt werden.

Dazu wird in das Becken eine künstliche Gelenkpfanne implantiert und verkeilt, in den Markraum des Oberschenkelknochens fügt der Arzt einen Schaft ein, auf den der neue Gelenkkopf auf- und dann in die Pfanne gesetzt wird. Das neue Gelenk wird möglichst zementfrei implantiert, es wächst also fest. Das hält dann lebenslang. Nur wenn der Knochen zu schwach ist, muss die Endoprothese mit Zement befestigt werden.

Das neue Gelenk wird individuell ausgewählt. Es gibt über hundert Anbieter in Deutschland, die Endoprothesen herstellen. Dabei werden unterschiedliche Materialien verwendet. Am St.-Anna-Krankenhaus Keramikgelenke mit einer Gleitschicht aus hochverdichtetem Polyethylen verwendet.

"Dieses Material hat sehr gute Abriebwerte", erklärte Dr. Leszcynski, es werden also keine Partikel an den Körper abgegeben.

Kein Muskel durchtrennt

Hier wird überwiegend minimalinvasiv operiert. Diese Technik hat den Vorteil, dass der Operationsschnitt nur sieben bis acht Zentimeter lang ist, gegenüber 24 bis 26 Zentimeter bei einem herkömmlichen Eingriff. Außerdem müssen keine Muskeln und Sehnen durchtrennt werden. Allerdings stellt diese Technik hohe Anforderungen an den Operateur, weshalb sie noch nicht überall angewandt wird. Nach einem langen, anspruchsvollen Prozess wurde das Krankenhaus heuer zum Endoprothetikzentrum zertifiziert. Wie der Chefarzt ausführte, hat die Klinik die Zertifizierung angestrebt, um den Patienten die bestmögliche Versorgung bieten zu können. Bei den ständigen Qualitätsüberprüfungen habe das Endoprothetikzentrum stets Ergebnisse im oberen Drittel erzielt, oft unter den ersten zehn.

Entsprechend zufrieden seien die Patienten. Laut einer Erhebung der Krankenkassen liegt die Zufriedenheitsquote hier bei 93 Prozent. Im Umkreis von 70 Kilometern stehe das St.-Anna-Krankenhaus an erster Stelle. "Die Qualität stimmt", fasste Dr. Leszcynski zusammen.
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