Erst Konzept, dann Berater

Der Eingangsbereich im Stadtmuseum soll als Kommunikationsraum dienen. Dann müssten Wagen und E-Lok der Grubenbahn weichen. Bild: ge
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
28.11.2014
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Der Stadtrat vertagte eine Entscheidung beim Thema Stadtmuseum: Man muss mehrgleisig fahren bei der Lösungsfindung und darf nichts übereilen. Dann erst kann die Stadt zu einem realistischen Gesamtkonzept finden. Das unterstützen alle Fraktionen.

Gemeinsam hatten die im Stadtrat vertretenen Parteien schon den Antrag formuliert, den Förderverein des Stadtmuseums zu unterstützen: Es bestehe Übereinstimmung, dass dazu ein Gesamtkonzept für Stadtmuseum, Apothekermuseum, Synagoge und Druckerei Seidel nötig sei. Die Exponate im Eingangsbereich der Scheune sollten möglichst rasch ausgelagert werden, damit hier ein barrierefreier Kommunikationsraum entstehen kann. Für empfindliche Exemplare sollte vor dem Winter ein Zwischenlager gefunden werden.

Zusammen mit Museumsleitung, Förderverein und Verwaltung sei ein "Gesamtkonzept Museum" zu erarbeiten: Wie ist die künftige museale Ausrichtung, was ist erhaltenswert und was kann abgegeben werden?

"Der Stadtrat erwartet dabei eine erhebliche Reduktion der unsystematischen Exponatenanhäufung", hieß es im Gemeinschaftsantrag. Daraus sei dann der tatsächliche und umfängliche Bedarf für ein zu schaffendes, zentrales Depot für die Einrichtungen abzuleiten.

Verschiedene Auffassungen

Die Verwaltung stellte fest, dass offenbar jedes Stadtratsmitglied, Museumsleiterin und Förderverein eine eigene Auffassung von der Zukunft des Stadtmuseums habe. Ein fachlich begleitetes Museumskonzept gebe es nicht, die Verwaltung besitze nicht die Kompetenz, ein solches zu entwickeln. "Die Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen ist erster Ansprechpartner", erläuterte Hauptamtsleiter Johann Gebhardt, der auch darauf hinwies, dass Apothekermuseum und Druckerei privat bzw. vereinsgeführt sind. Zudem berge ein gemeinsames Konzept mit ihnen die Gefahr, dass die Stadt auch deren Unterhalt bei Werbung und Vermarktung tragen muss.

Joachim Bender für die SPD erklärte, man solle das "Serviceangebot" der Landesstelle annehmen, zumal es nichts koste. Dringender Bedarf herrsche allerdings beim Thema Scherling-Stadel, in dem derzeit viele Exponate völlig unzureichend gelagert seien: "Hier muss vor dem Winter eine Lösung her!"

Keinen Platz gefunden

Bürgermeister Michael Göth berichtete, er habe bei der Feuerwehr nach geeigneten Räumen zur Zwischenlagerung gesucht, sei jedoch auf eher ungeeignete Orte und viel Eigenbedarf gestoßen. Er werde weitere Plätze in Rosenberg begutachten, der Förderverein wolle den Stadel ertüchtigen, und die Landesstelle solle ebenfalls eingeschaltet werden.

"Dieser Antrag umfasst viel mehr, als hier angesprochen wurde!", erklärte Dr. Stefan Morgenschweis (CSU). Ausgangsproblem sei ein geeignetes Depot. "Zuerst muss sich der Stadtrat schlüssig werden, was er überhaupt will. Daraus ergibt sich die Raumfrage."

Arbeitsgruppe angedacht

Deswegen lehnte die CSU den Beschlussvorschlag in dieser Form ab und fordere erst eine Diskussion im Hauptausschuss. Die Probleme müssten im Gesamtzusammenhang gesehen werden. Eine Arbeitsgruppe wäre hier angesagt. "Haben wir ein Konzept, können wir die Landesstelle zu Rate ziehen!" Hans-Jürgen Reitzenstein (FDP/FWS) schloss sich an. Der alte Stadel sei als Depot ungeeignet. Er forderte detaillierte Auflistung aller Exponate. Auch Karl-Heinz Herbst wollte erneute Behandlung.

Bürgermeister Michael Göth stellte sich dem nicht entgegen, kündigte aber an, gleichzeitig nach neuen Räumen zu suchen und mit der Landesstelle Kontakt aufzunehmen. Der Förderverein habe doch angekündigt, in den Stadel keinen Cent mehr zu investieren, erinnerte Karl-Heinz Kreiner (FDP/FWS). Dann stimmte der Stadtrat geschlossen für die Behandlung im Hauptausschuss.
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