Erstmals wieder ein Minus

Krankenhaus-Vorstand Klaus Emmerich (Zweiter von links) zeigt (von links) der Vorsitzenden des Gesundheitsausschusses, Kathrin Sonnenholzner, Joachim Strobel von der ASG, Stadtrat Dr. Armin Rüger und Landtagsabgeordnetem Reinhold Strobl die Interims-Krankenpflegeschule. Bild: ksb
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
13.05.2015
12
0

In den vergangenen zehn Jahren ist die Anzahl der Krankenhäuser bayernweit um zehn Prozent - von 400 im Jahr 2002 auf 363 im Jahr 2012 - gesunken. In der nördlichen Oberpfalz wurden fünf von 16 Kliniken geschlossen - ein Minus von 31 Prozent.

Auf dem Weg zum Apothekertag in Amberg (SRZ berichtete) machte Kathrin Sonnenholzner, Vorsitzende des Ausschusses für Gesundheit und Pflege im Landtag, Station im St.-Anna-Krankenhaus. Mit Bürgermeister Michael Göth, dem Landtagskollegen Reinhold Strobl, Stadtrat Dr. Armin Rüger und Joachim Strobel (Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokraten im Gesundheitswesen, ASG) informierte sie sich bei Klinik-Vorstand Klaus Emmerich über Probleme im Bereich der Krankenhausfinanzierung.

"Obwohl wir unsere Hausaufgaben zur umfassenden inhaltlichen Umstrukturierung der stationären Gesundheitseinrichtungen gemacht und interne Maßnahmen zur Kostensenkung sowie zur Prozessoptimierung ausgereizt haben, machen uns gesundheitspolitische Rahmenbedingungen sowie eine nicht ausreichende Investitionsfinanzierung das (Über-)Leben schwer", schilderte Emmerich die Lage.

Das Krankenhausfinanzierungsgesetz von 1972 sehe die duale Finanzierung vor: laufende Betriebskosten durch die Krankenkassen, Investitionen, Baumaßnahmen sowie die Anschaffung von Großgeräten durch die Länder. Medizinischer Fortschritt und strengere Auflagen hätten die Kosten in Kliniken in den vergangenen 20 Jahren um 94,1 Prozent steigen lassen. Dagegen sank die Investitionsförderung um 26,8 Prozent.

"Da Renovierungen am offenen Herzen stets gewisse Probleme mit sich bringen, haben wir nach intelligenten Zwischenlösungen gesucht. Diese gewährleisten zwar während der Umbauphase einen reibungsloseren Ablauf für Patienten. Personal und Krankenpflegeschüler, werden aber nicht oder nur teilweise staatlich gefördert. Aufgrund der hohen Ausgaben wird das St.-Anna-Krankenhaus 2014 erstmals nach Jahren wieder rote Zahlen schreiben", so Emmerich.

Er stellte infrage, ob lebenserhaltende und Gesundheits-verbessernde Maßnahmen anhand von strengen ökonomischen Kriterien gemessen werden können. In einem reichen Land wie Deutschland müsse es politisches Ziel sein, wohnortnahe Grund- und Regelversorgung in ländlichen Regionen aufrechtzuerhalten. Die Abschaffung der Ausschlusskriterien für Gebäudefinanzierung und der Wegfall der doppelten Degression seien dafür zwingend erforderlich, betonte der Sprecher.
Weitere Beiträge zu den Themen: Mai 2015 (7908)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.