Ethik, Sport und Zeitgeschehen

Lokales
Sulzbach-Rosenberg
12.06.2015
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Ein Vierteljahrhundert schon prägt die Bereitschaftspolizei die Stadt: Tausende von jungen Polizisten sind durch die Schule gegangen, haben sich das Rüstzeug zum Ordnungshüter erworben. Die SRZ blickt mit Polizeihauptkommissar Thomas Lehner hinter die Kulissen der Ausbildung.

Persönliches Engagement und praxisnahe Aus- und Fortbildung sind für die bayerische Polizei der richtige Weg. Wir wollten von Thomas Lehner wissen: Wie wird dieser Anspruch auch umgesetzt?

Breit gefächert

"Die Säulen Recht, Praxis, Persönlichkeitsbildung und polizeiliches Einsatzverhalten beweisen es. Die Ausbildung ist breit gefächert, vom allgemeinen Polizeirecht bis zum aktuellen Zeitgeschehen", meint der stellvertretende Seminarleiter. Der wöchentlich wechselnde Dienstplan bestehe aus einem Mix der unterschiedlichen Rechtsfächer, aus praktischen Inhalten wie Waffen- und Schießausbildung, persönlichkeitsbildenden Stunden wie Berufsethik, Sport, Selbstverteidigung, Politik, Kommunikation und Konfliktbewältigung und vielen Stunden polizeiliches Einsatzverhalten.

Modular ist zeitgemäß

Warum ist die modulare Ausbildung so wichtig? Sie folge modernen, wissenschaftlichen Erkenntnissen, erklärt der Hauptkommissar. Innerhalb eines Modules gebe es verschiedene Inhalte unterschiedlichster Fächer in einem engen Zeitrahmen. "Die modulare Ausbildung ist zeitgemäß und entwickelt sich zunehmend zum Exportschlager." So werde sie aktuell bei der Polizei in Tunesien vorgestellt, nachdem eine ranghohe Delegation die bayerische Polizeiausbildung kennenlernte und davon begeistert war.

Die Ausbildung bei der Polizei hat sich verändert, das weiß Lehner aus eigener Erfahrung. "Sie war früher eher militärisch geprägt. Heute ist sie dagegen sehr an der polizeilichen Praxis orientiert." Das mache sich auch in der Praxis bemerkbar: Die positiven Rückmeldungen des polizeilichen Einzeldienstes bestätigten eindrucksvoll, dass offensichtlich der richtige Weg eingeschlagen wurde.

Aktualität ist Trumpf

Natürlich dürfe man in der Ausbildung "den Trend nicht verpassen!" So finden sich auch die aktuellen Bereiche Internetkriminalität und die IT-Medienkompetenz im Ausbildungsplan. Und auch in den einzelnen Fächern wie Berufsethik und Politische Bildung/Zeitgeschehen sind einige Stunden für aktuelle Ereignisse reserviert, ergänzt Thomas Lehner.

Als stellvertretender Seminarleiter dirigiert er die Führungsgruppe im Einsatzfall und sorgt auch dafür, dass die Vorgaben des Ausbildungsplanes für die 2. Qualifikationsebene eingehalten werden. Verkehrsrecht unterrichtet er selber. Lehner koordiniert außerdem die Organisation des Dienstbetriebs im Seminar.

Strahlende Gesichter

Und da ist so einiges los: Einsatzunterlagen bearbeiten, Fahrzeuge reservieren, Einsatzmittel organisieren. Neben der Fortbildung geht es da auch mal um defekte Glühlampen, verstopfte Abflüsse oder tropfende Wasserhähne, zählt Thomas Lehner auf.

"Meine Mitarbeiter Michaela Singer und Polizeihauptkommissar Norbert Heberl aus dem Seminarbüro sorgen übrigens auch für strahlende Gesichter bei den Einsatzkräften, wenn sie im Einsatzfall die Verpflegung und Getränke organisieren und persönlich vorbeibringen."
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