Etwas tun für die neue Heimat

Mit einer Huldigung an die neue Heimat Oberpfalz und Sulzbach-Rosenberg bedankten sich die Mitglieder des Chores "Kalinka" beim Festakt im Rathaussaal für die Verleihung des Lions-Sozialförderpreises 2015. Bilder: gf (2)
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
31.05.2015
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"In Anerkennung des bürgerschaftlichen Engagements und des Verdienstes um gegenseitige Achtung, Verständigung und gesellschaftliches Zusammenwachsen": Den Sozialförderpreis des Lions-Clubs 2015 erhält das Kulturhaus. In dem Verein setzt sich die lange Geschichte von Integration in der Stadt mit den Spätaussiedlern fort.

In einer Festsitzung des Stadtrates verlieh die Stadt dem Verein Kulturhaus Sulzbach-Rosenberg den mit 2500 Euro dotierten Lions-Sozialförderpreis 2015. Bürgermeister Michael Göth erinnerte vor vielen Gästen daran, dass ab den 90er Jahren immer Spätaussiedler und Übersiedler in die Herzogstadt gekommen seien.

"Was erwartet uns?"

Ihre Heimat hätten sie verlassen, eine Reise in Unbekannte angetreten, immer begleitet von der Frage, was sie in der Fremde erwarte. Für fast 9000 Neubürger seien zwischen 1991 und 2006 die Übergangswohnheime in der Johann-Flierl- und der Edith-Stein-Straße die erste Anlaufstelle in Sulzbach-Rosenberg gewesen.

Etwa ein Drittel hätte hier einen neuen Lebensmittelpunkt gefunden. Heute, so Michael Göth, leben und arbeiten 2338 Spätaussiedler, etwa zwölf Prozent der Einwohner, in Sulzbach-Rosenberg, "und sie fühlen sich hier wohl". Von einem "Bevölkerungsanteil" wolle er nicht mehr sprechen, so der Bürgermeister, denn sie seien längst angekommen und hätten durch ihr Wirken viel für die gegenseitige Verständigung und den Abbau von Vorurteilen geleistet. "Etwas tun" in der neuen Heimat und "etwas tun" für das neue Lebensumfeld und für das Zusammenwachsen unterschiedlicher Kulturen, das sei stets im Mittelpunkt ihres Handelns gestanden. Integration sei nur im Zusammenwirken der Neubürger und der Alteingesessenen möglich, unterstrich Göth.

Alle halfen mit

Die Stadt habe dafür die besten Rahmenbedingungen mit dem Netzwerk Migration geschaffen, wo Mitglieder aus unterschiedlichsten Bereichen gearbeitet, sich ergänzt und unterstützt hätten. Über die Stadtverwaltung seien Fördermittel von Bund und EU abgerufen worden, Diakonisches Werk, CJD Jugendmigrationsdienst, ISE und Caritas hätten unterschiedlichste Projekte angeboten, um Jugendarbeit, Bildungsteilhabe, Sprachschulung sowie Hilfe für Familien und Eltern zu ermöglichen.

Wichtige Unterstützung

Die damaligen Investitionen in die Zukunft hätten sich heute gesellschaftlich und wirtschaftlich bereits bezahlt gemacht, denn die Neubürger seien eine wichtige wirtschaftliche Unterstützung der Betriebe gegen den Fachkräftemangel.

Göth unterstrich außerdem, dass bereits nach 1945 Sulzbach-Rosenberg mit vielen Heimatvertriebenen und Kriegsflüchtlingen gewachsen und zusammengewachsen sei, dass ab den 60er Jahre Gastarbeiter aus unterschiedlichsten Ländern hier Heimat und Arbeit, ab 1991 auch die Spätaussiedler einen neuen Lebensmittelpunkt fanden.
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