"Europas Musikstadt" rückt näher

Misha Quint blickt voraus auf die vielen Höhepunkte und steckt mitten in den Vorbereitungen: Trotzdem freut er sich enorm über seinen Aufenthalt in der Herzogstadt, wie man sieht.
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
01.08.2015
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Zehn Jahre läuft es nun schon, mit wachsendem Erfolg: Zur vollendeten Dekade gibt es zwischen Dienstag, 4., und Sonntag, 16. August, neben fünf Konzerten und einer Opern-Aufführung noch einen Höhepunkt: Pianisten-Legende Alfred Brendel referiert über "Schuberts letzte Sonaten".

(ge) Star-Cellist und Organisator Misha Quint steckt schon voll in den Vorbereitungen. Die SRZ befragte ihn zwischen zwei Probenterminen zum diesjährigen Jubiläum.

SRZ: Herr Quint, Sie sind schon fleißig am Vorbereiten des Festivals. Was ist Ihre Hauptaufgabe in diesen Tagen?

Ich bin extra eine Woche früher in Sulzbach-Rosenberg angekommen, nicht nur wegen der Schäuferln (lacht) sondern um mich um die 16-köpfige Operngruppe, die auch schon angereist ist, zu kümmern. Dabei hilft mir meine Assistentin Caitlin McConnell und wie immer unsere Festival-Koordinatorin Christl Pelikan-Geismann.

Die Operngruppe wird drei Wochen in Sulzbach-Rosenberg sein und übt seit heute bereits fleißig im Gemeindesaal der Christuskirche und im Konferenzsaal des Literaturarchivs.

Ich bin sehr dankbar, dass wir diese Räume benutzen dürfen, ebenfalls mehrere Räume und den Konzertsaal im Rathaus, in der Staatlichen Berufsschule und der Sing- und Musikschule. Sie verstehen, dass das nicht das einzige ist, was ich zu tun habe, ich muss mich auch für mein Eröffnungskonzert vorbereiten. Auf diesen Tag freue ich mich immer ganz besonders.

Was ist neu am diesjährigen Programm?

Dieses Jahr ist etwas ganz besonderes für mich. Wir haben es fertiggebracht, eine Opernproduktion mit einem wirklich seltenen und interessanten Solo- und Kammermusik-Repertoire zu kombinieren. Dieses Jahr ist wie die russische Suppe Borschtsch, in der man einfach alles finden kann.

Auf welche Programmteile sind Sie besonders stolz?

Für mich wird es sehr interessant sein, mit dem Sulzbach-Rosenberger Publikum das Programm meines Eröffnungskonzerts zu teilen, welches neben dem goldenen Repertoire wie Brahms Cello-Sonate in F-dur auch supersonic virtuose Kompositionen der Rostropovich-Humoresque, das Klengel-Scherzo und eine Transkription von Schuberts Impromptu, D899, ursprünglich für Klavier geschrieben, bieten wird. Später, während des Festivals, kommt dann noch Schostakovichs Cello-Sonate op. 40 und sein Cello-Konzert Nr. 1.

Der weltbekannte Pianist Alfred Brendel kommt heuer zum SRIMF. Wie kam dieser Kontakt zustande, und wird er auch aktiv mitspielen?

Richtig, in diesem Jahr haben wir erstmals berühmte Gast-Professoren zu unseren Musik-Festivals eingeladen: In Italien den Geiger Vadim Repin und den Pianisten Bruno Canino, in Sulzbach-Rosenberg den legendären Pianisten Alfred Brendel. Ich wollte ihn schon lange hierher bringen und bin sehr glücklich, dass mir das jetzt gelungen ist. Auch wenn er leider keine Konzerte mehr spielt, so wird sein Vortrag über sein tiefes Verständnis und Wissen über Schuberts Werke sehr wichtig für unsere Studenten und das Publikum sein.

Wie sehen Sie die Zukunft des SRIMF in der Oberpfalz?

Ich glaube, wir erreichen allmählich den Punkt, dass unser SRIMF eines der bedeutenden Musik-Festivals in Europa und USA wird. Ich bekomme immer mehr Anfragen von Managern, deren weltweit bekannte Künstler an unseren Festivals interessiert sind.

Ich denke, wir werden in Zukunft immer mehr "Star Performers" bei uns sehen und deshalb auch größeren Publikumszuspruch für unsere Konzerte bekommen. Ich werde auf alle Fälle alles dafür tun, dass Sulzbach-Rosenberg eine ernstzunehmende Musikstadt in Europa wird!
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