Ex-Sulzbacher macht Schlagzeilen

In Sulzbach-Rosenberg wurde Markus Gildner 1971 geboren - heute steht er vor den Rohbauten seines Pilotprojektes in Eckenhaid, einem Ortsteil von Eckental zwischen Nürnberg und Erlangen. Bild: hfz
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
23.07.2015
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Er hat der Herzogstadt zwar 1998 den Rücken gekehrt, aus den Augen verloren aber hat Markus Gildner Sulzbach-Rosenberg bis heute nicht. Derzeit sorgt er nur eine knappe Autostunde von hier entfernt für Schlagzeilen: Er baut neue Häuser für Flüchtlinge.

Der 44-Jährige nennt sich selbst Immobilienentwickler und hat in Hamburg sein Zuhause gefunden. Von dort aus spann er die Fäden in Richtung alte Heimat, genauer in den Eckentaler Ortsteil Eckenhaid, zwischen Nürnberg und Erlangen. Dort lässt er "Stein auf Stein" sechs Reihenhäuser bauen, die ab Weihnachten insgesamt 60 Flüchtlinge beherbergen sollen: "Ich habe einen Zehn-Jahres-Vertrag mit der Bezirksregierung von Mittelfranken abgeschlossen", versichert der Projektant.

Dass es vor Ort Widerstände geben könnte gegen die Unterbringung von Asylbewerbern, dessen war sich Gildner schon bewusst. "Von Luxusbauten für Flüchtlinge" sei da die Rede gewesen. Und laut einer Medienberichterstattung hätten 200 Menschen eine Petition unterschrieben, die sich gegen die Verwirklichung des Vorhabens richten soll.

Siebenstelliger Betrag

Hinsichtlich des Investitionsvolumens sprach Gildner gegenüber unserer Zeitung von einem siebenstelligen Betrag, finanziert von der KfW-Bank und einer Sparkasse. Zur nicht sonderlich guten Stimmung vor Ort trage wohl auch bei, dass an dem 2600 Quadratmeter großen Grundstück in der Vergangenheit immer wieder potenzielle Bauherren Interesse gezeigt hatten, aber nicht zum Zuge gekommen waren.

Gildner will trotz alledem nicht von seinen Plänen abrücken, menschenwürdigen Wohnraum für Flüchtlinge zu schaffen. Seine Firma The Peoples Project will die Reihenhausanlage mit Hilfe moderner Bautechnik errichten. Inspiriert von Nachkriegs-Reihenhäusern der Hamburger Elbvororte sei das Objekt konstruktiv soweit optimiert, "dass bewährte Normbauteile und Standardtechnologie zum Einsatz kommen - massiv Stein auf Stein".

Eigenes Bad, eigene Küche

Spannbeton-Fertigdecken ermöglichten, nahezu ohne tragende Innenwände auszukommen. Damit sei maximale Flexibilität bei der Raumaufteilung gewährleistet. Die jeweils rund 160 Quadratmeter großen Reihenhäuser können je drei Wohnungen aufnehmen - maximal vier bis fünf Menschen teilen sich Bad, Wohnküche und zwei Schlafzimmer. In der Summe werden in den sechs Häusern 60 Flüchtlinge Platz finden.

Die Anlage wird durch ein Blockheizkraftwerk mit Wärme und zu Teilen mit Strom versorgt. Nach Ablauf der zehnjährigen Vertragsbindung sieht Gildners Konzept vor, die Gebäude nach einer Sanierung als Reihenhäuser oder kleinteilige Wohnungen zu nutzen.
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