Experte für Männergesundheit räumt in Buch mit Vorurteilen auf
"Artgerechte" Ernährung

Die Ernährung muss praktikabel sein und Spaß machen!
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
24.09.2014
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Alle Menschen wollen gesund, schlank und schön sein. Unzählige Ernährungsratgeber und Diätbücher machen strenge Vorschriften, wie dieses Ziel erreicht werden kann. Der Sulzbach-Rosenberger Prof. Dr. Klaus Steger meint in seinem neuen Buch: "So funktioniert das nicht!"

Der Experte für Männergesundheit will keine neue Diät propagieren, weil alle strikten Ge- und Verbote erst recht dazu verlocken, sie zu brechen. Statt dessen will er Hintergrundwissen vermitteln und mit alten Vorurteilen über die Ernährung aufräumen.

Der Bauch ist schuld

So dachte man früher, ältere Männer werden dick, weil sie zunehmend weniger des männlichen Geschlechtshormons Testosteron produzieren. Heute geht man jedoch davon aus, dass der sinkende Testosteronspiegel meist eine Folge des Übergewichts ist.

Insbesondere das Bauchfett ist nicht nur unattraktiv, sondern extrem gefährlich für die Gesundheit, da es einen eigenen Stoffwechsel aufweist, also wie eine Hormondrüse arbeitet und sogenannte Entzündungsbotenstoffe in den ganzen Körper aussendet.

Das ist Ursache zahlreicher chronischer Krankheiten von Arteriosklerose bis Rheuma. Dabei ist es meist nicht das Fett im Essen, das dick macht (schließlich sind essenzielle Fettsäuren lebenswichtig), sondern vor allem der allgegenwärtige Zucker, der bei fehlender körperlicher Bewegung in Fett umgewandelt wird.

Steuerung der Gene

In seinem neuen Buch "Willkommen im Café Vital. Über die artgerechte Ernährung der Spezies Mensch" geht Prof. Steger darauf ein, was ein Mensch braucht und was er meiden sollte. Hintergrund der Empfehlungen sind die aktuellen Forschungsergebnisse der Epigenetik, über die er forscht.

Dieser relativ neue Wissenschaftszweig beschäftigt sich mit der Regulation der Gene, die für die Bildung von Eiweißmolekülen, den Bausteinen des Körpers, verantwortlich sind. Der Mensch besitzt etwa 25 000 Gene, was nur 5 bis 10 Prozent der Erbinformation entspricht. Das bedeutet, dass die Masse der Erbinformation (90-95 Prozent) für die Regulation der Gene verantwortlich ist.

Die bisherigen Forschungsergebnisse belegten eindeutig, dass man mit seinem Lebensstil Einfluss auf die Regulation der Gene und damit auf seine Gesundheit nehmen kann - in positiver, aber auch in negativer Richtung. "Artgerecht", meint der Autor, wäre eine Ernährung, die der Anatomie des menschlichen Verdauungsapparats entspricht, da dies die optimale Aufnahme wichtiger Nährstoffe in den Körper garantiert.

Zwei Vorträge geplant

Fast niemand kann sein Leben von heute auf morgen umkrempeln, doch es sei es durchaus möglich, Gewohnheiten nach und nach zu ändern, mehr Gesundes essen und Schädliches für die Gesundheit im Essen zu verringern: "Die Ernährung muss praktikabel sein und Spaß machen, sonst fällt man sehr leicht in seine alten Gewohnheiten zurück!"

Prof. Steger wird sein Buch in zwei Vorträgen vorstellen, wobei er viele Tipps für den Alltag einbaut. Die Vorträge sind am Samstag, 27. September, um 19 Uhr im Hotel Acadia in Amberg und am Samstag, 4. Oktober, um 18 Uhr im Kettelerhaus in Sulzbach-Rosenberg.
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