Fachhochschule für öffentliche Verwaltung und Rechtspflege in Bayern, Fachbereich Polizei: ...
Die Schule der Kommissare

Den Stoff vermitteln insgesamt 20 Fachhochschullehrer und etliche Gastdozenten aus der Polizeipraxis. Die Studiengruppen umfassen 25 bis 30 Personen. Neben dem normalen Unterricht laufen auch interessante Vorlesungen im Audimax. Zusätzlich werden die Inhalte in Arbeitsgruppen aufbereitet, Tatort- und Fotoübungen bringen wichtiges Fachwissen. Bild: FHVR
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
26.06.2015
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Seit 25 Jahren kennen die Bürger das Ortsschild "Hochschulstadt Sulzbach-Rosenberg". Aber nicht alle wissen, um welche Fachhochschule es sich handelt und wo sie liegt.

In Kürze heißt der Studienort seinen 4500. Studierenden willkommen. Beim 25-jährigen Jubiläum organisiert der Fachbereich Polizei am Sonntag, 26. Juli, mit der Bereitschaftspolizei einen großen Tag der offenen Tür und stellt sich vor.

Am südwestlichen Rand von Sulzbach-Rosenberg, auf dem Areal der VII. Bereitschaftspolizeiabteilung, ist sie zu finden: Die "Fachhochschule für öffentliche Verwaltung und Rechtspflege in Bayern, Fachbereich Polizei", im Volksmund "Schule der Kommissare" genannt. Seit mittlerweile einem Vierteljahrhundert absolvieren hier angehende Polizei- und Kriminalkommissare einen dreijährigen Diplom-Studiengang.

Bunt gemischt

Zum einen bildet sie erfahrene Polizeibeamte der 2. Qualifikationsebene für die spätere Verwendung in Führungspositionen aus, zum anderen bietet die FH natürlich auch Abiturienten die Möglichkeit, ein Studium zum Polizeikommissar zu absolvieren. Daraus ergibt sich eine bunt gemischte Studentenschaft im Alter zwischen 17 und 40. Viele nehmen die Herausforderung trotz Familie und großer Entfernung zum Heimatort an.

Zu Semesterbeginn stehen die neuen Studierenden mit ihren Koffern etwas nervös vor der Fachhochschule. Bisher wissen sie nicht so recht, was auf sie zukommt. Doch die Anspannung legt sich nach der Begrüßung durch Studienortsleiter Regierungsdirektor Loos im Audimax.

Die Kommilitonen lernen sich bei der ersten Gemeinschaftsveranstaltung näher kennen: der Startschuss für das erste von insgesamt drei fachtheoretischen und drei fachpraktischen Semestern, in denen die Studierenden das Wissen für ihre spätere Aufgabe erwerben.

Große Fülle an Stoff

Neben Leistungsnachweisen während des Studiums zittern die Studierenden am meisten vor der Zwischenprüfung und der abschließenden Qualifikationsprüfung, die aus fünf schriftlichen Arbeiten und einer mündlichen Prüfung besteht.

Insgesamt 2000 Unterrichtsstunden sind zu bewältigen, vor- und nachzubereiten - eine immense Stofffülle. Von rechtswissenschaftlichen Inhalten wie Strafprozessrecht, Verfassungs- und Eingriffsrecht, Straf- und Zivilrecht, Verkehrsrecht, Dienst- und Disziplinarrecht über Einsatztaktik, Kriminalistik, Kriminaltechnik bis zu gesellschaftswissenschaftlichen Betrachtungen in Psychologie, Soziologie, Politik reicht das Spektrum der 26 Fächer.

Aber es geht nicht nur um Paragrafen. Es gibt auch genügend praktische Ausbildungsanteile wie Outdoortraining, Exkursionen, Praktika im Ausland und polizeiliches Einsatztraining. Nach erfolgreicher Prüfung werden die Studierenden zu Polizei- bzw. Kriminalkommissaren ernannt. Damit ist die Übernahme verantwortungsvollerer Aufgaben verbunden - zum Beispiel als Sachbearbeiter bei der Kripo oder Dienstgruppenleiter bei der (uniformierten) Schutzpolizei.

Viele Wege stehen offen

Meist kommen auch Führungsaufgaben der mittleren Ebene auf die Kommissare zu. Weitere Aufstiegsmöglichkeiten stehen den FH-Absolventen offen: Nach zweijährigem Studium in Fürstenfeldbruck und Hiltrup ist sogar der Aufstieg in Spitzenämter der Bayerischen Polizei bis zum Polizeipräsidenten möglich. Und der Grundstock für alles wird gelegt in der Hochschulstadt Sulzbach-Rosenberg.
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