Familie fängt nicht mehr auf

Wir sind ein wenig stolz darauf, dass wir unseren Bewohnern einen großzügigen Garten und eine hauseigene Kirche bieten können.
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
05.02.2015
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Binnen 50 Jahren wurden aus einem Altenheim fünf. Dies, obwohl die Zahl der Einwohner der Stadt in dieser Zeit nicht gravierend gestiegen sei. Das bedeute, dass die Menschen immer älter werden und es keine Großfamilien mehr gebe, die viel aufgefangen hätten. Dies betonte Rudolf Ruppert zum 50-jährigen Bestehen des Caritasverbands Sulzbach-Rosenberg.

Am Fest des Ordensgründers der Mallersdorfer Schwestern - des Seligen Paul Josef Nardini - feierte der Verband sein Jubiläum im Caritashaus St. Barbara. Ruppert stellte in einer Chronik die Entstehung vor: "Lange Zeit gab es in Sulzbach-Rosenberg kein Heim für Senioren." Die Betreuung erfolgte in Sulzbach durch die Mallersdorfer Schwestern, die im Elisabethenhaus wohnten, in Rosenberg durch die Niederbronner Schwestern. Auf evangelischer Seite waren zur gleichen Zeit Diakonissen im Einsatz. Das habe nicht gereicht, um alle Bedürftigen rund um die Uhr zu versorgen. "Deshalb fasste 1961 die Kirchenverwaltung St. Marien unter Dekan Fenk den Beschluss, ein Altenheim zu errichten", sagte der Redner. Es habe jedoch noch Jahre gedauert.

Zur Gründung ist es laut Ruppert auf Einladung von Dekan Josef Zimmerer im Dezember 1964 mit den Pfarrern des ehemaligen Landkreises gekommen. Vorsitzender sei Zimmerer geworden, Stellvertreter Pfarrer Schneider aus Neukirchen. Pfarrer Alois Albersdörfer sei damals einer der Geistlichen gewesen. Laut Satzung sollten künftig die Pfarrer von St. Marien das Amt des Vorsitzenden bekleiden. Das waren bisher Josef Zimmerer, Georg Dobmeier, Fritz Brechenmacher und aktuell Walter Hellauer.

Zwei Jahre nach der Vereinsgründung konnte das Haus mit 92 Plätzen eingeweiht werden. Damals gab es erhebliche staatliche Fördermittel. Die Einrichtung sei von Anfang an voll belegt gewesen. In Absprache mit dem Mutterhaus in Mallersdorf habe Dekan Zimmerer die Schwestern samt Oberin Martinenga in das Heim beordert und die Leitung für Pflege und Küche übertragen. Es sei ein Erfolgsmodell geworden. Der Bedarf an Wohn- und Pflegeplätzen stieg trotz der inzwischen tätigen ökumenischen Sozialstation. So konnte 1982 der Neubau mit 48 Plätzen bezogen werden. Eine Generalsanierung habe es 2006/07 gegeben - verbunden mit der Aufgabe von Heimplätzen. In den 50 Jahren seien in dieses Haus 13,7 Millionen Euro investiert worden: "Wir sind ein wenig stolz darauf, dass wir unseren Bewohnern einen großzügigen Garten und eine hauseigene Kirche bieten können", so Ruppert.

Nachdem der Nachwuchs aus dem Mallersdorfer Kloster nicht mehr zu bekommen war, folgte die Umstellung auf Zivilisten. Gunda Kummert sei - bis zur Pensionierung als Heimleiterin - zur Institution geworden. Sie stehe dem Verein als Ausschussmitglied noch nahe. Nun kümmere sich Heimleiter Wolfgang Rattai um das gute Klima, die verbliebenen Ordensfrauen um Beschäftigung der Bewohner und Sterbebegleitung.

Nach vorne schauend meinte Ruppert: "Wenn wir sehen, dass innerhalb von 50 Jahren aus einem Altenheim fünf Heime wurden, obwohl die Einwohnerzahl nicht gestiegen ist und die ökumenische Sozialstation sich hervorragend um Senioren kümmert, deutet das alles auf zwei Dinge hin: Die Leute werden älter und es gibt nicht mehr die Großfamilien, die viel aufgefangen haben."
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