Fit für ersten Arbeitsmarkt

Lokales
Sulzbach-Rosenberg
07.02.2015
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Kann man Schüler mit Problemen fit für den ersten Arbeitsmarkt machen? Die Antwort der Schulleiter des Sozialpädagogischen Förderzentrums in Sulzbach-Rosenberg auf diese Frage ist eindeutig: "Ja".

Die Baumaßnahmen beim Sozialpädagischen Förderzentum liegen im Kosten- und Zeitrahmen, betonte Diplom-Ingenieur Hubert Saradeth vom Landratsamt bei einem Besuch der SPD-Kreistagsfraktion. Schulleiter Axel Malich informierte über Situation und Tätigkeit an der Schule.

Einige Seiteneinsteiger

Derzeit besuchen laut Malich 192 Schüler die Einrichtung. Ursprünglich seien 160 geplant gewesen. Die höhere Anzahl begründete Malich mit Schülern, die als Seiteneinsteiger kommen. Da für die Schule die Devise gelte, jedes Kind habe Anspruch etwas lernen zu können, sei an ein Zurückfahren der Schülerzahlen nicht gedacht. Derzeit sei man dabei, das Projekt Schule und Wirtschaft zu forcieren. Den Schülern soll die Möglichkeit gegeben werden, bei einem 14-tägigen Praktikum festzustellen, für welchen Beruf sie geeignet sind und welchen Zweig sie bevorzugen.

Hilfreich sei außerdem die Unterstützung durch das Kolping-Bildungswerk. Langfristiges Ziel sei, den Schülern durch schulische und berufliche Qualifizierung den ersten Arbeitsmarkt zu öffnen. Um manche Probleme lösen zu können, sei es wichtig, die Familien mehr als bisher einzubinden, forderte Malich. Positiv wäre ein Netzwerk Familie: Die Schule könnte die Eltern über schulische Probleme der Kinder informieren, die Einrichtung erfahre, welche Probleme die Schüler daheim hätten. Wer im häuslichen Umfeld große Schwierigkeiten habe, sei meistens nicht in der Lage, in der Schule entsprechende Leistungen zu bringen. Malich erklärte, dass es Kinder gibt, die nicht genügend Geld hätten, sich Essen zu kaufen, obwohl sie den ganzen Tag in der Schule sind. Um dringende Abhilfe zu schaffen und für gesunde und ausreichende Nahrung für die Schüler zu sorgen, seien staatliche Stellen gefragt.

Die Schule besteht laut Hubert Saradeth vom Landratsamt aus drei Gebäudeteilen: 1977 wurden Altbau und Turnhalle errichtet, 1995 folgte die Fertigstellung des Anbaus. Der Zustand der Heizung, aber auch Brandschutz und Baumängel erforderten eine möglichst schnelle Sanierung. Statt Abbruch oder Generalsanierung habe man sich für eine Zwischenlösung entschieden. Ziel sei ein flexibles Gebäude mit einfacher Tragkonstruktion, bei der eine Nutzungsänderung möglich sei. Der dritte Bauabschnitt werde im August 2017 abgeschlossen. Mit 13,7 Millionen Euro gab Saradeth die Baukosten an. Nach Abzug der FAG-Förderung von rund 3,1 Millionen Euro betrage der Eigenanteil für den Landkreis 10,6 Millionen Euro.

Ausgelegt auf 160 Schüler

Die SPD-Kreisräte kritisierten, dass die Sanierung auf 160 Schüler ausgelegt sei, obwohl derzeit 192 Kinder die Einrichtung besuchen. Bemängelt wurde außerdem, dass keine Räumlichkeiten für Sonderpädagogen vorgesehen seien. Fraktionsvorsitzender Winfried Franz zeigte sich mit den Planungen und dem Baufortschritt mehr als zufrieden.
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