Fit für Zeit nach Rabenholz

Die Leiterinnen des STZ Amberg-Sulzbach, Susanne Bauer (links) und Kerstin Fink (Vierte von rechts), informierten die SPD-Kreis- und Stadträte über das umfangreiche Angebot an Gruppenarbeit. Bild: hfz
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
14.10.2015
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Der Mensch steht im Mittelpunkt. Wie man diesem Anspruch gerecht werden will, zeigte eine Visite von SPD-Kreis- und Stadträten im Haus Rabenholz auf.

Die SPD-Kreisräte besuchen regelmäßig Firmen und Einrichtungen, um sich über deren Tätigkeit zu informieren. Diesem Ziel diene der Besuch des Hauses Rabenholz, erläuterte der Stadtratsfraktionsvorsitzende und Kreisrat Achim Bender. Stadträte, die nicht dem Kreistag angehören, gesellten sich dazu. Rede und Antwort standen die Leiterinnen des Soziotherapeutischen Zentrums Amberg-Sulzbach (STZ AS), Diplom-Pädagogin Kerstin Fink und Susanne Bauer.

Nicht nur betreut

Der Bezirk Oberpfalz interessiere sich nicht nur für Betriebe, Straßen und ähnliches, sondern wolle auch wissen, was sich in den Landkreisen im sozialen Bereich bewege, schilderte Bezirksrat und stellvertretender Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion, Richard Gaßner. Dies gelte auch für das STZ AS, das der Bezirk als verlässlicher Partner schätze. Dabei spiele eine große Rolle, dass in dem Zentrum die Bewohner nicht nur betreut, sondern zur Selbstständigkeit angehalten werden.

Das Haus Rabenholz sei gut in die Nachbarschaft integriert, betonte Fink bei der Vorstellung der Einrichtung. Ziel sei es, den Nutzern zur Stabilität zu verhelfen, damit sie wieder auf beiden Beinen stehen und das eigene Leben soweit wie möglich selber regeln können. Sie entscheiden selbst, ob und zu welchem Zeitpunkt sie Rabenholz verlassen möchten.

Die Bandbreite reiche vom Umzug wieder in die eigene Wohnung oder aufgrund des Alters in ein Seniorenheim. Da eine nicht unerhebliche Anzahl von psychisch kranken Frauen von sexuellem Missbrauch betroffen sei, bleibe ihnen eine Wohngruppe vorbehalten, bei der nach dem Schutzraumprinzip Männern der Zugang untersagt ist, schilderte Bauer.

Wäsche selbst waschen

An zahlreichen Gruppen könnten die Nutzer sich je nach Bedürfnissen beteiligen. Dazu gehöre eine Theater- und eine Freizeitgruppe sowie die Holzwerkstatt. Aber auch eine Beschäftigungstherapie und ein Hirnleistungstraining würden angeboten. Um sich auf den Aufenthalt vorzubereiten, der nach dem Wohnen in Rabenholz folge, würden alle ihre Wäsche selbst waschen. Kochen und Einkaufen der Lebensmittel mit den Betreuern sei ebenfalls angesagt. Beim Medikamententraining werde eigenverantwortliche Einnahme gelernt. Sich mit dem Leben draußen zurechtzufinden, dazu dienten Spaziergänge in der Umgebung.

Ein Wirtschaftsfaktor

In der Diskussion wies SPD-Fraktionsvorsitzender Achim Bender darauf hin, dass neben dem sozialen Aspekt das STZ AS und das Haus Rabenholz wirtschaftlich bedeutsam für den Landkreis und Sulzbach-Rosenberg seien. Derzeit seien 30 Beschäftigte in Voll- und Teilzeit und im Schichtsystem tätig, teilte Kerstin Fink mit. Das Haus Rabenholz, das 2016 20-jähriges Bestehen feiert, sei ein gelungenes Projekt, brachte es Altbürgermeister Gerd Geismann abschließend auf den Punkt.
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