Flächenfraß drückt aufs Gemüt

Der neue Vorstand der Kreisgruppe Amberg-Sulzbach des Bundes Naturschutz (von links): Rainer Koch, Hartwig Dorsch, BN-Landesbeauftragter Richard Mergner, Michael Brem (verdeckt), Hans-Jürgen Bumes, Beate May, Peter Zahn, Stefan Schäffer, Michael May und Gert Blüchel. Bild: hfz
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
26.11.2015
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Das macht Peter Zahn Freude: die Kreisgruppe des Bundes Naturschutz (BN) gewinnt immer mehr Mitglieder. Jetzt sind es schon 2189. Deshalb war das vergangene Jahr auch finanziell ein erfolgreiches.

"Die Mitgliedsbeiträge und die Haus- und Straßensammlung sind zwei wesentliche Einnahmeposten des BN", erläuterte der Vorsitzende Zahn bei der Mitgliederversammlung, "sie ermöglichen es, dass der Verband seine Entscheidungen unabhängig von finanziellen Unterstützungen anderer Stellen treffen kann."

Beim Arten- und Biotopschutz habe man dank der Hilfe vieler Ehrenamtlicher fast 7000 Kröten, Frösche und Molche über die für sie gefährlichen Straßen befördert. Ein weiterer Schwerpunkt seien Beratung und Hilfe bei Problemen mit Wespen und Hornissen gewesen. Darüber hinaus wurden Flächen gepflegt und betreut, um die Artenvielfalt zu erhalten. Der BN beteiligte sich an der Ausweisung des Landschaftsschutzgebietes Ammerbachtal und erreichte für eine Frühlingsenzianwiese bei Schalkenthan die Ausweisung als geschützter Landschaftsbestandteil.

Eine arbeitsintensive Aufgabe des BN sei es, zu Bauleitplänen Stellung zu nehmen. Als negativen Trend beanstandete Zahn dabei, dass es durch die vielen Verfahren für kleinere Baugebiete zu einem schleichenden Flächenverbrauch komme, der keine großen Proteste auslöse. Zahn erinnerte an die Verpflichtung zum sparsamen Umgang mit Boden. Er betonte jedoch, dass nichts gegen ein ausgewogenes Regionalkonzept, etwa die Ausweisung interkommunaler Gewerbeflächen an zentralen Achsen, spreche, wenn damit die Planung neuer Gewerbegebiete in den einzelnen Kommunen unterbleibe.

Als zukünftige Arbeitsschwerpunkte nannte Zahn:

Bildungsarbeit

"Es muss uns gelingen, wieder mehr Kinder, Jugendliche und Erwachsene für die Ziele des Naturschutzes zu gewinnen und mehr Umweltwissen zu vermitteln."

Energiewende

"Wir brauchen eine dezentrale Energiewende, die von unten kommt." Man werde mit dem "Modell Energiespardorf" an die Schulen gehen.

Landwirtschaft

"Der ökologische Landbau und die regionalen Landwirte müssen stärker gefördert werden." Daher unterstützt die Kreisgruppe den Pakt für den ökologischen Landbau des bayerischen Landwirtschaftsministeriums.

Flächenschutz

"Überflüssige Bauvorhaben dürfen nicht realisiert werden; wertvolle Naturbereiche müssen unter Schutz gestellt werden und zu einem Biotopnetz verknüpft werden."

Die Flüchtlingsproblematik

"Die Folgen des Klimawandels (Dürren, Unwetter, Überschwemmungen) machen weite Flächen unbewohnbar. Eingriffe in die lokalen Märkte und die Ausbeutung der Böden zerstören dauerhaft die Lebensgrundlagen der Menschen in diesen Krisenregionen. Wir mit unserem verschwenderischen Lebensstil sind wesentlich für diese neuen Flüchtlingsbewegungen mitverantwortlich. Daher müssen wir auch entscheidende Beiträge zum Gegensteuern leisten."

Nach dem Kassenbericht von Schatzmeister Matthias Ruoff ehrte der Vorsitzende als langjährige BN-Mitglieder Ferdl Graf, Rainer Koch und Helmut Wiesend. Mit einem kleinen Geschenk verabschiedete er zwei langjährige Vorstandsmitglieder, die für den neuen Vorstand nicht mehr kandidierten: Matthias Ruoff und Freya Zobel.
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