Flüchtlings-Unterkunft: Es bleibt aber bei medizinischer Versorgung und Verpflegung
Sie kommen und gehen wieder

Lokales
Sulzbach-Rosenberg
18.09.2015
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"Wir entwickeln uns allmählich zum Durchgangslager." Landrat Richard Reisinger ordnet die Unterbringung der Flüchtlinge in der Turnhalle der Walter-Höllerer-Realschule inzwischen neu ein. Nachdem am Mittwoch etwa 100 der 140 Asylsuchenden verschwunden waren (wir berichteten), kamen in der Nacht zum Donnerstag zwei Busse mit 93 Personen an.

"Sie wurden wohl in der Gegend um Simbach am Inn aufgegriffen und dann hierher transportiert", informiert Reisinger, der teils mehrmals täglich am Erlheimer Weg nach dem Rechten sieht. In Sulzbach-Rosenberg würden die Flüchtlinge medizinisch untersucht, mit Essen und Trinken versorgt und ordentlich untergebracht. Eine erkennungsdienstliche Behandlung erfolge nicht, betont der Landrat, das wollten die meisten Neuankömmlinge auch gar nicht. "Wir haben den Eindruck, dass fast alle hier nur auf der Durchreise sind", fasst Reisinger zusammen. Teils kämen sogar schon Verwandte der Flüchtlinge an die Halle, um sie abzuholen. Wohin sie sich begeben, sei erstens sehr unterschiedlich und zweitens sehr schwer nachzuvollziehen. Meistens handle es sich aber um Familien-Zusammenführung. Doch auch die Weiterreise nach Schweden oder Dänemark werde oft als Ziel genannt.

"Mehr als ordentlich behandeln und medizinisch versorgen können wir sie hier nicht", resümiert der Landkreis-Chef. "Aber das werden wir natürlich auch weiterhin nach besten Kräften tun." Auch wenn Sulzbach-Rosenberg nur ein Etappenziel ist.
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