Förderung vorerst gerettet

Ohne den Bayerischen Bauernverband hätte die bäuerliche Landwirtschaft schlechtere Produktionsbedingungen - darüber waren sich (von links) Thomas Bayerl, Willibald Götz, Brigitte Trummer, Matthias Borst und Franz Kustner einig. Bild: Hartl
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
05.11.2014
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Weniger Geld, mehr Flächenstilllegung, wachsende Bürokratie: Die Landwirte kämpfen an vielen Fronten um ihre Existenz. Gegenüber der EU hat der Bauernverband viel Übles abwenden können. Bei der Kreisversammlung gab es Details dazu.

Ohne Einsatz des Bauernverbandes hätte sich die EU-Agrarpolitik wesentlich negativer ausgewirkt, als sich das nach dem heutigen Stand darstellt. Bei der Kreisversammlung des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) im Gasthaus "Zum Wulfen" in Kauerhof vertrat Landwirtschaftsdirektor Matthias Borst vom Generalsekretariat in München diese Meinung.

Die Bundestags- und die Landtagswahlen 2013 seien nicht immer zum Vorteil für die Landwirtschaft ausgegangen, meinte Kreisobmann Franz Kustner rückblickend. Zudem wurden 2014 bisher zwar gute Erträge, aber in fast allen Bereichen schlechte Preise erzielt. Es gebe weitere Probleme wie das Arzneimittelgesetz, die Diskussion über das Tierwohl, die Düngeverordnung und einiges mehr.

Weiter einmischen

Deswegen werde sich der Bayerischer Bauernverband einmischen, ansonsten könnte es ein böses Erwachen geben. Nach den Vorstellungen der EU-Agrarkommissare wäre der EU-Agrarhaushalt bis 2020 um 30 Prozent gekürzt worden, machte Landwirtschaftsdirektor Matthias Borst aufmerksam.

Nach dem Willen von Nicht-Regierungs-Organisationen sollten für ökologische Vorrangflächen zehn Prozent der landwirtschaftlich genutzten Flächen stillgelegt werden. Auch wäre rund jeder zweite bayerische Landwirt gezwungen gewesen, bei Förderanträgen wie dem Mehrfachantrag Einkommensnachweise vorzulegen. "Für Nebenerwerbsbetriebe bestand zusätzlich die Gefahr, keine Fördermittel mehr zu erhalten."

Horrorkatalog verhindert

Die Basisförderung sollte abgeschafft werden, bei der Ausgleichszulage hätte die geplante starre Neuabgrenzung dazu geführt, dass 30 Prozent der bisher förderfähigen Fläche nicht mehr berücksichtigt worden wären. "Ein Teil dieses Horrorkataloges konnte dank des Einsatzes des Bauernverbandes verhindert oder abgemildert werden", konstatierte der Referent. So erhalten die Landwirte quasi ungeschmälert EU-Mittel.

Das Grundelement der Betriebsprämie in Deutschland seien die Junglandwirteförderung, der Zuschlag ab dem ersten Hektar, "Greening" und die Basisprämie, erläuterte Matthias Borst. Wahlweise gebe es für Kleinbetriebe eine Alternativförderung, wobei diese grundsätzlich für Betriebe mit bis zu drei oder vier Hektar Fläche in Frage komme. Andere Förderungen seien dann aber nicht mehr möglich.

"Die Politik gestaltet, die Verbände diskutieren mit, bringen Einwände und Vorschläge vor, und die Verwaltung ist für den Vollzug zuständig, schilderte der Leiter des Landwirtschaftsamtes Amberg-Sulzbach, Willibald Götz. In diesem Sinne helfe das Amt den Landwirten etwa bei der Beantragung von Fördermitteln.

Anliegen unterstützen

Auch die Geschäftsstelle des Bauernverbandes stehe den Landwirten mit Rat und Tat zur Verfügung, sicherte Geschäftsführer Thomas Bayerl zu. Bei der Festlegung der FFH-Gebiete und der Feinabstimmung in den nächsten Monaten unterstütze man die Anliegen der Landwirtschaft. Abschließend bedankte sich die Kreisbäuerin Brigitte Trummer bei den Ortsobmännern und Ortsfrauen für die alltägliche Arbeit.
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