Förster auf der Suche nach Verbiss an Waldverjüngung
Rehwild auf dem Prüfstand

Förster Hans Eiber demonstrierte den Jägern und Jagdgenossen die Verbissaufnahme an einem Probepunkt. Bild: hfz
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
12.03.2015
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Mit Maßband und Klemmbrett unterwegs: Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Amberg startete wieder die Wildverbissaufnahmen im Landkreis. Sie sind die Grundlage zur Erarbeitung der Forstlichen Gutachten zur Situation der Waldverjüngung für 2015. Das Gutachten wird alle drei Jahre von der bayerischen Forstverwaltung für jede Hegegemeinschaft in ganz Bayern angefertigt. Die Ergebnisse fließen in die Empfehlungen zur Rehwild-Abschussplanung für die Jahre 2016 bis 2018 mit ein.

Möglichst ohne Schutz

Bei der Auftaktveranstaltung lernten die eingeladenen Jäger, Jagdgenossen und Verbändevertreter das Aufnahmeverfahren durch eine Vorführung an einer Beispielfläche kennen. Sie erfuhren auch, wie ein sogenannter "Weiser-Zaun" richtig angelegt wird. Forstdirektor Richard Schecklmann erläuterte den Teilnehmer zuerst die rechtlichen Grundlagen und den Nutzen des Forstlichen Gutachtens. Bayerisches Jagdgesetz und Waldgesetz fordern eine Waldverjüngung mit standortgemäßen Baumarten. Diese sollen sich möglichst ohne Schutzmaßnahmen natürlich vermehren können. Das gehe nur mit einem angepassten Wildbestand.

Vergleiche ziehen

Mit einem Weiserzaun könne, so Schecklmann, das Potenzial der Waldverjüngung und seine Entwicklungsmöglichkeit anschaulich dokumentiert werden. Hier vergleicht man die Verhältnisse innerhalb und außerhalb der gezäunten Fläche.

Wichtig dabei sei, dass die Verjüngungsfläche um den Zaun ausreichend groß, der Zustand innerhalb und außerhalb gleich sei und er die natürliche Verjüngung der gewünschten Baumarten zulasse. Interessierte Waldbesitzer könnten sich dazu auch vom zuständigen Revierförster beraten lassen.

Förster Hans Eiber und Stephan Steinbauer führten die Verbissaufnahme an der Waldverjüngung vor. Anhand eines vorher festgelegten Stichprobenrasters wird die nächstgelegene Verjüngungsfläche zum Stichprobenpunkt im Gelände gesucht. Auf dieser Fläche werden entlang einer 50 bis 100 Meter langen Gerade an fünf Punkten Verbiss- und Fegeschäden an den kleinen Bäumen erfasst. Je Probepunkt werden 15 Pflanzen ab 20 cm Höhe und weitere fünf Pflanzen unter 20 cm Höhe aufgenommen. Diese Daten wertet das Rechenzentrum der Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft aus nach Gesamtzahl, Anzahl an verbissenen Leittrieben und seitlichem Verbiss sowie nicht verbissenen bzw. verfegten Pflanzen.

Bis Ende April sind die Förster zur Aufnahme der Waldverjüngung im Landkreis unterwegs. Interessierte Jagdgenossen und Jäger, die sich vorher angemeldet haben, werden die Aufnahmetrupps begleiten.
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