Forderung nach längeren Öffnungszeiten auf Wertstoffhöfen erfolglos
Samstags ist um 12 Uhr Schluss

Lokales
Sulzbach-Rosenberg
14.10.2014
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Längere Öffnungszeiten auf den Wertstoffhöfen im Landkreis. Diese Forderung von Hildegard Geismann (SPD) lief im Umweltausschuss gegen eine Wand. Die bestand aus Landrat Richard Reisinger und dem Chef des Amtes für Abfallwirtschaft, Robert Graf.

Mitglieder ihrer Fraktion würden immer wieder darauf angesprochen, begründete Hildegard Geismann den Vorstoß. Schichtarbeiter oder Beschäftigte im Einzelhandel, die am Samstag arbeiten müssen, hätten es schwer bei den derzeitigen Öffnungszeiten der Wertstoffhöfe. "Vielleicht könnte man die ja am Samstag ausweiten und dafür unter der Woche verkürzen", schlug die Sulzbach-Rosenbergerin vor.

Reisinger wollte ihr da keine Hoffnung machen. Das Personal auf den Wertstoffhöfen bestehe vor allem aus Teilzeitbeschäftigten, die mit ihren Arbeitszeiten schon am Anschlag seien. "Dann kämen wir zu lauter Vollzeitkräften", befürchtete Robert Graf als Folge längerer Öffnungszeiten. Da derzeit alle Beschäftigten mit ihren Stundenzahlen am Limit seien, bedeutete eine Ausweitung um nur eine Stunde am Samstag mit der aktuellen Struktur, dass man dann 112 neue Leute einstellen müsse - in jedem der 28 Wertstoffhöfe sind am Samstag im Durchschnitt vier Beschäftigte vor Ort. "Da würde der Gebührenhaushalt explodieren", meinte Graf.

Man könne die drei Stunden Öffnungszeit am Samstag (9 bis 12 Uhr) auch schlecht anders legen, fand Reisinger: "Wenn wir die nach hinten schieben, drehen uns die Leute durch, die schon um halb neun am Tor kratzen." Zudem lägen viele Wertstoffhöfe in der Nähe von Wohngebieten, und da gebe es öfter Beschwerden, wenn dort nach 12 Uhr noch Lärm entstehe. Er bekomme sogar Schreiben, die eine Verkürzung der Öffnungszeiten anregten.

Kurz vor knapp

Dass verschobene Zeiten nicht allein selig machend sind, belegte Graf mit einer Erfahrung, die seine Mitarbeiter an vielen Orten immer wieder berichteten: "Wer im Sommer um fünf vor sechs kommt, der kommt im Winter um fünf vor fünf. Wir kennen unsere Leute."

Bei den Leichtverpackungen, die der Landkreis in Zusammenarbeit mit dem Dualen System Deutschland (DSD) auf den Wertstoffhöfen sammelt, könnte 2015 eine Änderung ins Haus stehen, informierte der Leiter des Amtes für Abfallwirtschaft. Seit der Zeit, als der Gesetzgeber verfügte, dass die Hersteller von Verpackungen diese auf eigene Kosten entsorgen müssen, habe sich nämlich in der Branche eine ganze Menge getan. Es gebe nicht mehr nur das DSD, sondern elf konkurrierende Systeme. Einige Hersteller hätten zudem die Eigenrücknahme ausgebaut.

Folge: Die Erfassungsmengen gingen zurück, beim DSD entstand eine Finanzlücke. Die Politik reagierte mit Gesetzesänderungen. Jetzt werde wieder eine beraten, sagte Graf. Sie bewirke möglicherweise, dass der bis Ende 2015 laufende Vertrag des Landkreises mit dem DSD nicht mehr zu diesen Konditionen verlängert werden könne. Dann müsste der Kreistag eine neue Entscheidung treffen. Für den einzelnen Wertstoffhof könnten die Änderungen laut Graf bedeuten, dass dort dann nicht mehr so viele verschiedene Sammelgestelle für Verpackungen stehen.

Glascontainer umstritten

Ein Anliegen aus seinem Heimatort brachte Josef Schmaußer (CSU) ein: Die meisten Hohenkemnather wollten die Glascontainer, die noch in ihrem Dorf stehen, weghaben. Zwei Gastronomen aus der Region seien aber dagegen. Dabei müsse man alles andere ja ohnehin zum Wertstoffhof nach Ursensollen fahren, könne also auch das Glas bequem dort einwerfen.

Laut Robert Graf richtet sich die Anzahl der Glascontainer, die der Landkreis aufstellen muss, nach der Größe jeder einzelnen Gemeinde. Und manchmal brauche man da eben mehr Standorte als nur den Wertstoffhof. Landrat Reisinger empfahl ein vernünftiges Gespräch unter den Beteiligten und erinnerte sich an ein Versprechen, das er den Leuten draußen immer gebe: "Es werden auf keinen Fall mehr Container."
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