Forschungsprojekt will Bewegung in der Männer-Zielgruppe 50+ fördern
Auf die Sprünge helfen

Lokales
Sulzbach-Rosenberg
27.06.2015
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Buchstäblich auf die Sprünge geholfen werden soll künftig Männern, die bereits das Alter 50 überschritten haben. Konkret geht es um mehr Bewegung dieser Zielgruppe, derer sich ein Forschungsprojekt der Universitäten Regensburg und Bayreuth annimmt. Über die Bühne soll diese Aktion in zwei ostbayerischen Gemeinden gehen, eine davon ist die Herzogstadt.

Professorin Dr. med. Julika Loss stellte die "Bewegungsförderung bei Männern" dem Stadtrat vor. Motivation zu diesem Projekt ist die Tatsache, dass sportliche Betätigung gewissen Krankheiten vorbeugt. Andererseits sei auch bekannt, dass sich die Deutschen zu wenig bewegen. Studien belegen zudem, dass sich Männer ab 50 Jahren und älter im Vergleich zu Frauen der gleichen Altersgruppe nur sehr schwer zum Sport animieren lassen.

Fragebögen und Interviews

"Ziel des Forschungsprojektes ist es, die Teilnahme von Männern im Alter von 50 Jahren und älter (50+) an Angeboten für körperlich-sportliche Aktivität zu fördern", erklärt die Projektleiterin. Zunächst wird erhoben, welche Bedürfnisse und Barrieren für den Sport bei der Zielgruppe bestehen. Dazu wird der Kreis 50+ mit Fragebögen und Interviews befragt. In einem zweiten Schritt sollen geeignete Personen aus Sulzbach-Rosenberg motiviert werden, in einem Arbeitskreis spezielle Angebote für körperlich inaktive Männer zu entwickeln und umzusetzen. Gedacht ist dabei unter anderem an Vertreter der (Sport-)Vereinswelt, Gesundheitsexperten, Seniorenvertreter oder Leiter von ortsansässigen Unternehmen.

Julika Loss machte vor den Stadträten als Hintergrund deutlich, dass regelmäßige körperlich-sportliche Aktivität eine wichtige Rolle in der Prävention lebensstilbedingter chronischer Erkrankungen, wie zum Beispiel Herz-Kreislauferkrankungen oder Diabetes Typ II spielt. "Insbesondere die Zielgruppe Männer 50+ erreicht jedoch häufig nicht das notwendige Aktivitätsniveau, um gesundheitlich davon zu profitieren.

Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Projekt wird interdisziplinär von Mitarbeitern aus den Bereichen Medizin, Sportwissenschaft, Soziologie sowie Gesundheits- und Ernährungswissenschaften betreut. Die Gesamtlaufzeit beträgt drei Jahre.

Erste Erhebung im Juli

Die erste Fragebogenerhebung ist für Juli 2015 geplant. Im Juli 2016 sollen dieselben Personen noch einmal befragt werden, um Veränderungen zu erfassen. Die Laufzeit des geplanten Arbeitskreises wird voraussichtlich etwa ein Jahr umfassen, Start ab September.

Joachim Bender (SPD), Hans-Jürgen Reitzenstein (FDP/FWS), Irmgard Reisima-Renner und Norbert Klotz (beide CSU) sowie Karl-Heinz Herbst begrüßten die Aktion. Sie zeigten sich interessiert und boten Zusammenarbeit - besonders auch auf Ebene der Sportvereine - an.

Bürgermeister Michael Göth freute sich, dass es zur Vorstellung keinerlei negative Stellungnahmen gab. Er forderte alle Räte auf, das Projekt in nächster Zeit positiv zu begleiten.
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