Forstdirektor schätzt: 20 000 Kubikmeter Schadholz
Sturm "Niklas" lässt die Fichten hängen

Mitten im Wald und etwas versteckt findet Förster Hans Eiber eine angebrochene Fichte. Diesen Baum händisch zu fällen, ist gefährlich. Stehenlassen geht aber auch nicht. Die Fichte wäre ein gefundenes Fressen für den Borkenkäfer. Bild: hfz
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
08.04.2015
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"Nicht mehr befahrbare Straßen und Bahnstrecken wegen umstürzender Bäume" - die Nachrichten am Dienstag vor Ostern ließen Schlimmes für die Wälder vermuten. So dramatisch waren die Waldschäden im Landkreis aber dann doch nicht, wie die Förster vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Amberg jetzt per Pressemitteilung wissen lassen.

Sturmtief "Niklas" schickte zwar den ganzen Tag Windböen übers Land und brachte die Bäume kräftig ins Wanken. Aber meist hielten sie dem ruppigen Rütteln des Sturmes stand. Nur einzelne fielen um oder brachen ab. Oft hatten diese schon Vorschäden durch Fäulepilze, die die Standfestigkeit der Wurzeln und des Stammes verringerten. Auf circa 20 000 Kubikmeter schätzt Forstdirektor Richard Schecklmann den Schadholzanfall in den Privat- und Kommunalwäldern im Landkreis. Hauptsächlich betroffen sind Fichten; in den Kiefernwäldern dagegen gibt es fast keine Schäden.

Auch wenn immer nur einzelne Bäume geschädigt sind, ganz harmlos sind diese Schäden nicht. Zum einen stehen gebrochene, geworfene oder nur angeschobene Bäume oft unter schwer einschätzbaren Spannungen. Das birgt für die Aufarbeitung große Gefahren, weil man oft nicht sagen kann, wie sich die Spannung beim Sägen löst. "Deshalb sollte bei unsicheren Situationen lieber ein Profi oder die Maschine die Arbeit erledigen", rät Schecklmann.

Der Borkenkäfer droht

Die geschädigten Fichten sind laut Schecklmann die besten Brutbäume für den Borkenkäfer. "Wenn sie nicht rechtzeitig aus dem Wald geschafft werden, vermehrt sich darin der Käfer und befällt im Sommer auch gesunde Bäume. Spätestens bis Juni sollte deshalb das Schadholz aufgearbeitet sein." Geschehe das nicht, verursache das größere "Käferlöcher" im Wald. Schecklmann empfiehlt den Waldbesitzern, ihre Fichtenbestände genau zu inspizieren, denn einzelne Schadensbäume, die in mannshohen Verjüngungen liegen oder noch angelehnt am Nachbarbaum hängen, seien leicht zu übersehen.
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