Frage nach Berufskrankheiten gestellt

Zwar hat der Hüttenverein nicht mehr so viele Mitglieder wie früher, doch das tut den Aktivitäten keinen Abbruch, das wurde im Bericht des Vorsitzenden Karl-Heinz König (Vierter von rechts) bei der Ehrung der Jubilare deutlich. Glückwünsche sprachen außerdem Landrat Richard Reisinger (Fünfter von links) sowie Ehrenvorsitzender Heinz Jäger (Mitte) und Bürgermeister Michael Göth (Dritter von rechts) aus. Bilder: Huber (2)
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
19.11.2014
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Bei den Mountainbikern trat die Genehmigungsbehörde kräftig auf die Bremse - wegen Krebsgefahr. Wie aber verhält es sich mit den Arbeitnehmern, die jahrzehntelang im Stahlwerk der Maxhütte beschäftigt waren?

Mit der Begründung, die Gesundheit der Fahrer sei gefährdet, wurde 2013 ein Radrennen im dortigen Gelände abgesagt. Auf der anderen Seite arbeiten Beschäftigte des Rohrwerks Maxhütte und der MHT in der Verladung im Stahlwerk. "Sind diese Leute nicht oder waren die Arbeitnehmer der Maxhütte nicht von einer Krebserkrankung gefährdet?", fragte Karlheinz König in der Jahreshauptversammlung des Hüttenvereins. Die IG Metall werde in Kürze dazu Sprechstunden anbieten, um Betroffenen Hilfestellung bei Anträgen für eine Berufskrankheit zu geben.

Auf mehrere Schultern

Zwischen 2005 und 2009 habe der damalige Geschäftsführer des Rohrwerks Maxhütte verpasst, in die Zukunft zu investieren und neue Märkte auf dem Kaltrohrsektor zu erschließen, kritisierte König. Statt zukunftsweisend zu wirken, wurden der Belegschaft immer weitere finanzielle Einbußen zugemutet. Dank der Unterstützung der IG Metall und der Bereitschaft der Arbeiter, sich zu wehren, sei Schlimmeres verhindert worden. Da das Rohrwerk alleine die wirtschaftlichen Probleme nicht meistern könne, sei die Lösung mit der Max-Aicher-Stiftung, mit der die Lasten auf mehrere Schultern verteilt werden, der richtige Weg.

Bewährtes fortführen

Mit dem Capitol hatte sich der Hüttenverein für sein Treffen ein anderes Domizil ausgesucht. Ansonsten vertrauten die Mitglieder dem bewährten Vorstand: Sie wählten Karl-Heinz-König und Christian Trösch wieder an die Spitze. Musikalisch begleitete die Veranstaltung das Duo Hartl & Hans. Mit der Sanierung des östlichen Teils des ehemaligen MH-Geländes sei der Weg zur Nachfolgenutzung geebnet worden, sicherte Landrat Richard Reisinger zu.

2014 gab es eine Reihe von Jahrestagen. So wurde das 60-jährige Bestehen des Rohrwerks Maxhütte gefeiert, sagte Bürgermeister Michael Göth. Auch fand mit der Übergabe der Ehrenzeichen der Abschluss des 11. Deutschen Bergmanns- und Hüttentags statt. Seit 37 Jahren habe der Hüttenverein über 60 000 Euro als 13. Monatsbeitrag an caritative und soziale Verbände gespendet, teilte Vorsitzender König mit. Das 2007 gehegte Vorhaben eines Hochofenweihnachtsmarktes habe sich durch den Verein allein nicht stemmen lassen. Doch mit Unterstützung des Rohrwerks und der MHT habe sich dieser Markt inzwischen erfolgreich etabliert - anders als das Hochofenfest im Sommer. Diese Veranstaltung werde es künftig nicht mehr geben. Eine Buchlesung über Erzgräben und Hüttenleute, ein Filmabend mit Erzählungen über die Maxhütte aus den 30er Jahren bis zur Schließung und ein Preisschafkopf gehörten zu den weiteren Aktivitäten.

Vorbild Neunkirchen

Vorsitzender König trat dafür ein, dass auch der Westteil des MH-Geländes saniert werde. So könnten Platz und Gießhalle kulturell und für Veranstaltungen genutzt werden. Vorbild könnte die Hochofenplaza in Neunkirchen (Saarland) sein.

Bei den Neuwahlen wurden Vorsitzender Karl-Heinz König und sein Vertreter Christian Trösch ebenso bestätigt wie Kassiererin Angelika Lutter, Schriftführerin Kornelia Lorenz und deren Stellvertreter Karl-Heinz Utz. Als Beisitzer erhielten das Vertrauen Marianne Bonatis, Werner Gruber, Franz Kick, Stefan Kummer, Günter Laurer, Hans Lorenz, Eduard Meister und Gottfried Neuhold. Die Kasse wird von Dieter Schlosser und Heinz Jäger geprüft.
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