Frauen-Union gibt Infos über die Palliativmedizin
Richtige Begleitung auf dem letzten Weg

Die Aufgaben und Möglichkeiten der Palliativmedizin erläuterte Maria Boßle (links), Vorsitzende der Selbsthilfegruppe Chronischer Schmerz in Sulzbach-Rosenberg, auf Einladung der FU-Kreisvorsitzenden Brigitte Trummer (Zweite von links). Rechts im Bild MdB Barbara Lanzinger. Bild: usc
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
25.11.2014
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Ein Sterbender soll möglichst schmerzfrei von uns gehen können. Dafür steht, vereinfacht dargestellt, die Palliativmedizin. Es soll ihm aber beim Sterben nicht "geholfen" werden. Auf einer Informationsveranstaltung der Frauen-Union sprach sich Bundestagsabgeordnete Barbara Lanzinger für ein Verbot aller Formen der organisierten und gewerbsmäßigen Beihilfe zum Suizid aus.

Tagen mehr Leben geben

Maria Boßle, Vorsitzende der Selbsthilfegruppe chronischer Schmerz in Sulzbach-Rosenberg, führte aus der Sicht der Schmerztherapie in das Thema Palliativmedizin ein. Hauptziel der Begleitung sei die Lebensqualität: Nicht dem Leben mehr Tage hinzufügen, sondern den Tagen mehr Leben geben.

Wichtig seien Zuwendung, Einbeziehung der Angehörigen und Gespräche über existenzielle Fragen. Zur Palliativmedizin gehören nach Boßle auch lindernde Eingriffe wie Bauchwasser- und Lungenwasserpunktionen, endoskopische und chirurgische Eingriffe. Auch eine palliative Chemotherapie könne unter bestimmten Bedingungen indiziert sein, wenn sie nämlich - und das gilt für alle Eingriffe am Menschen in dieser Situation - das Leiden lindert.

Zu den Grundsätzen der Palliativmedizin zählt Maria Boßle folgende Aspekte: Ganzheitliche Behandlung von Patienten mit weit fortgeschrittener Erkrankung und einer begrenzten Lebenserwartung. Die Beherrschung der Schmerzen und Minderung des Leids. Aber auch die Bejahung des Lebens und des Sterbens, die Einbeziehung psychologischer und spiritueller Wünsche des Patienten sowie die Hinzuziehung des familiären Umfeldes, die Sorge um den Beistand in der Todesstunde und Hilfen für Angehörige nach dem Tod. Schmerztherapie sei eine tragende Säule der Palliativmedizin. Die Schmerzen sollten so gelindert werden, dass der Patient sie weitgehend nicht mehr spürt. Dazu gehöre auch eine Gesprächsbegleitung und manchmal sei eine Behandlung mit Psychopharmaka notwendig.

Heute schon straffrei

Barbara Lanzinger beklagte den Mangel an ausgebildeten Schmerztherapeuten in Deutschland. Für die Sozialpolitikerin reicht die Palliativmedizin allein nicht aus. Dazu müsse das Hospiz kommen. Hier nehme man sich - auch in Amberg - viel Zeit bei der Hinwendung an den Patienten. Anknüpfend an die aktuelle Diskussion im Bundestag machte Lanzinger Front gegen "gewerbemäßige" Sterbehilfe, wie sie etwa Sterbehilfevereine anbieten würden. Nach derzeitiger Rechtslage hingegen sei die Beihilfe zur Selbsttötung straffrei, so dass aus strafrechtlicher Sicht keiner, auch nicht Organisationen und Ärzte, verfolgt werden können.
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